In diesem Blog geht es ausschließlich um Literatur oder, einfacher gesagt, um Bücher. Ihr findet hier Buchempfehlungen, meine Rezensionen zu Büchern und e-Books, die ich gelesen habe, und Hinweise auf Downloads von e-Books. Da ein Blog durch Kommentare am Leben gehalten wird, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr diese Funktion fleißig nutzt.

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Donnerstag, 3. Juli 2025

"Lavendel-Wut" von Carine Bernard

 Dies ist nun schon der siebente Krimi von Carine Bernard, in dem die junge Polizistin Lilou Braque die Hauptrolle spielt. So begegnen wir, unabhängig vom zu klärenden Kriminalfall, den vertrauten Personen aus den vorangegangenen Büchern wieder und erfahren u.a. wie es mit der Beziehung von Lilou und Simon weitergeht. Ich mag diese in jedem Teil ein Stück weitererzählten Hintergrundgeschichten. Sie geben mir ein Stück Vertrautheit zu den Figuren, ein Gefühl von ein bisschen Dazugehören.

Außerdem holte mich dieser siebente Provencekrimi der Autorin noch auf einer ganz anderen Ebene ab. Ein Rennradfahrer wird tot am steilen Hang aufgefunden, den er samt Rad hinuntergestürzt ist. Das ist tragisch und Lilou beginnt zu ermitteln, ob es tatsächlich nur ein Unfall oder eventuell mehr war. Nebenbei wird die immer wieder neu ausdiskutieret Frage aufgeworfen, was besser ist - Rennradfahren oder Mountainbiken? Da ich mich selbst zu (nur!) einer dieser beiden Fraktionen zähle, habe ich die Argumentation mit Vergnügen verfolgt. Und allen, die Bergauffahren ohne Motor bekloppt finden, kann ich nur versichern, Ihr habt a) das falsche Fahrrad und b) lasst uns doch unseren Sport, so wie wir Euch Euer bequemes Sofa lassen.


Von der Handlung möchte ich gar nicht viel verraten. Die Autorin lässt wieder einmal Lilou auf ihr Bauchgefühl vertrauen, nimmt uns wieder mit zu den Gerüchen, Geschmäcken und Ansichten der Provence, sodass man fast glaubt, selbst dort zu sein - Urlaubsfeeling bzw. Erinnerung an vergangene Urlaube. Die kommt ohne brutale Gewaltszenen aus, liest sich flüssig und wird angenehm durch viele lebensechte Dialoge aufgelockert.

Fazit: Klare Empfehlung als Sommerlektüre und Vorfreude auf Lilous 8. Fall.

Freitag, 8. Juli 2022

"Lavendelgrab" von Carine Bernard

 In „Lavendelgrab“ von Carine Bernard begegnen wir den bereits bekannten Protagonisten aus den drei vorangegangen Lavendel-Krimis wieder – „Lavendel-Tod“, „Lavendel-Gift“ und „Lavendel-Fluch“. Man kann diese atmosphärischen Cosy-Krimis, die uns in die Provence entführen, einzeln lesen, verpasste dann allerdings den Fortgang der privaten Geschichte im Hintergrund.


Lilou Braque, Kommissarsanwärterin, hätte ihr Praktikum zu gern im pulsierenden Paris verbracht. Stattdessen schickte man sie in das beschauliche Provence-Städtchen Carpentras. Hier wurde sie bereits in mehrere Mordermittlungen hineingezogen, verliebte sich in Simon, der inzwischen kurz vor der Eröffnung seines Restaurants steht, und gewann das Städtchen und seine Bewohner lieb. So bedauert Lilou, dass der aktuelle Vermisstenfall wohl ihr letzter sein wird. Denn nach Beendigung des Praktikums ist für sie endlich die einst gewünschte Stelle in Paris frei. 


Doch zunächst konzentriert sich die junge Ermittlerin auf die Suche nach einem Bibliothekar, der von seiner Kollegin als vermisst gemeldet wurde, weil er nach seinem vierwöchigen Urlaub nicht wieder bei der Arbeit erschien. Dieses Verhalten passt nicht zu dem sonst pflichtbewussten jungen Mann. Auch wenn die Polizei den Fall zunächst nicht sonderlich ernst nimmt, stößt Lilou auf weitere Ungereimtheiten. Und dann ist da noch dieses in Geheimschrift verfasste mittelalterliche Buch, an dessen Übersetzung der Bibliothekar gearbeitet hat. Es führt Lilou zur Ruine eines Hauses, auf dem ein Fluch liegen soll ...


Wie bei den anderen Krimis von Carine Bernard gefällt mir auch hier die Leichtigkeit der Erzählung. Es ist zwar ein Krimi, aber er fühlt sich an wie Urlaub in der Provence. Wieder lockt die Autorin mit kulinarischen Genüssen und dem passenden Wein zum Essen. Die Figuren sind allesamt interessant und unverwechselbar, selbst die Nebendarsteller. Auch die Hauptprotagonisten haben ihre hellen und dunklen Seiten, z.B. kracht es einmal so richtig zwischen Lilou und Simon, obwohl der Anlass banal ist. Umso spannender bleibt die Frage, wie es mit den beiden weitergehen wird, wenn Lilous Praktikum beendet sein wird. Das erfahren wir, wie die Auflösung des Falles, am Ende des Buchs.


Vielen Dank für diese angenehme und spannende Unterhaltung. Ich freue mich jetzt schon auf Lilous nächsten Fall. 5*****


Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 288 Seiten und kostete 10,99 Euro. Das E-Book ist für 9,99 Euro erhältlich.




Dienstag, 6. Juli 2021

"Lavendelfluch von Carine Bernard

 „Lavendel-Fluch“ von Carine Bernard ist der dritte Teil der Cosy-Crimi-Reihe um die angehende Kriminalkommissarin Lilou Braque. Gegen ihren Wunsch absolviert Lilou ihr letztes großes Praktikum nicht in Paris, sondern in der südfranzösischen Kleinstadt Carpentras. In den ersten beiden Teilen wurde Lilou bereits mit Mordfällen konfrontiert und erwarb sich bei deren Aufklärung den Respekt ihres Vorgesetzten Demoireau. Jetzt liegt ein Mann in einem Weinberg, der mit einer Schrotflinte erschossen wurde, und Lilous Nachbarin und Freundin findet in einem alten Schreibtisch einen Kaufvertrag von 1933 für ein Chateau, das es unter diesem Namen gar nicht gibt. Es dauert nicht lange, und Lilou ahnt einen Zusammenhang ...


Wie schon in den vorangegangen Lavendelkrimis, nimmt uns die Autorin mit auf die Reise nach Südfrankreich. Sie beschreibt die Atmosphäre so anschaulich, dass man selbst glaubt, die Zikaden zu hören, die Pinien zu riechen und die heiße Mittagssonne auf der Haut zu spüren. Kleiner Tipp: Carine Bernards Bücher sollte man niemals hungrig lesen, denn es wird regelmäßig sehr lecker gekocht und gegessen. 

Bei diesem Buch gefiel mir besonders, dass ein dunkles Kapitel der Vergangenheit geschickt mit eingebaut wurde. Wir sehen, welch weitreichende Folgen die Ereignisse von damals hatten, und dass selbst Menschen, die damals noch Kinder waren, sich ihr Leben lang schuldig fühlten. 


Das Buch ist gut verständlich in wohlformulierten Sätzen geschrieben. Es wird viel agiert und geredet, und dadurch wirken die Figuren lebendig. Die Charaktere sind wieder sehr klar gezeichnet. Es gibt die Einen, die man auf Anhieb mag und die Anderen, für die sich immer mehr Gründe finden, sie nicht zu mögen. Aber nicht jeder Unsympath ist ein Mörder ...


Lilous Privatleben befindet sich an einem spannenden Punkt, da sie auf die Mitteilung wartet, wo sie nach Ende ihres Praktikums als Commissaire der Police national eingesetzt werden wird. Aus ihrem ursprünglichen Wunschort Paris ist längst Carpentras geworden.


Alles in allem habe ich mich wieder bestens unterhalten gefühlt. Dieses Buch zu lesen, war wie ein kleiner Urlaub in Südfrankreich. Danke dafür, Carine Bernard! 


Fazit: Ein unblutiger, spannender Krimi-Urlaub in Südfrankreich. 5*****


Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 288 Seiten und kostet 9,99 Euro. Das E-Book ist zum selben Preis erhältlich. 




Sonntag, 19. Januar 2020

"Lavendel-Gift" von Carine Bernard

„Lavendel-Gift“ von Carine Bernard ist ein weiterer Cosy Krimi, der uns in eine schöne Urlaubsregion entführt. Allerdings ermittelt diesmal nicht Molly Preston. Trotzdem schließt dieses Buch indirekt an den dritten von bisher vier Molly Preston Krimis an und bildet nach „Lavendeltod“ (ursprünglich unter dem Titel „Lavendel-Coup“ erschienen) den zweiten Teil der Lavendel-Morde-Reihe. Immerhin treffen wir in „Lavendel-Gift“ Lilou und weitere Nebenfiguren aus dem ersten Band der Reihe wieder.  Lilou hat ihre Ausbildung bei der Polizei fast abgeschlossen. Ein letztes Praktikum im Städtchen Carpentras hat sie noch zu absolvieren, bevor sie sich Commisaire nennen darf. Lilou ist enttäuscht, dass sie hierher in die Provence geschickt wurde, denn sie hatte sich eigentlich für Paris beworben. Anfangs fürchtet sie, in der Kleinstadt zu versauern, doch dann wird ausgerechnet ihr Vermieter, der liebe alte Monsieur Benoit, ermordet, und Lilou befindet sich mittendrin in einer spannenden Mordermittlung. 

Interessant fand ich die Entwicklung Lilous. Anfangs noch als kleine Praktikantin von niemandem wirklich ernst genommen, verschafft sie sich im Laufe der Ermittlungen zunehmend Respekt durch ihre gute Arbeit. 

Wie von Carine Bernard gewohnt, darf der Leser die Hauptfiguren nicht nur zu den schönsten Plätzen der Urlaubsregion begleiten, sondern wird auch wieder mit allerlei kulinarischen Beschreibungen dazu verlockt, selbst die provenzalische Küche zu probieren. Vorsicht: Da im aktuellen Fall ein altes, handgeschriebenes Kochbuch und mehrere in der Gastronomie tätige Personen wichtige Rollen spielen, verursacht das Buch des Öfteren Anfälle von heftigem „Gaumenkino“  – man glaubt, die köstlichen Aromen zu riechen, den Geschmack der Köstlichkeiten auf der eigenen Zunge zu spüren. 

Ein Buch, von dem ich mich an ein paar grauen kalten Wintertagen gern in die sonnige Wärme des provenzalischen Sommers entführen ließ. Es liest sich angenehm, viele Dialoge lockern den Text auf, kleine witzige Begebenheiten ließen mich immer wieder lächeln. Auch wenn es ein Krimi ist und es Tote gibt, so liegt der Schwerpunkt, wie auch bei den anderen Krimis von Carine Bernard, auf dem „Cosy“ (gemütlich). Es gibt keine eklig-blutigen Szenen und bleibt trotzdem spannend bis zum Schluss.

Fazit: 250 Seiten spannender Kurzurlaub in der Provence, voller Duft und Wohlgeschmack. 5*****

Das Taschenbuch ist im Verlag Knaur TB erschienen, hat 256 Seiten und kostet 9,99 Euro. Das E-Book kostet ebenfalls 9,99 Euro, das Hörbuch ist im Rahmen eines Audible-Abos kostenlos erhältlich bzw. kostet 7,40 Euro.


Montag, 24. September 2018

"Der Hund, der eine Grube gräbt" von Carine Bernard

Katja Maus ist ein zauberhafter Name für eine Tierärztin. Und so geht es im neuesten Krimi von Carine Bernard trotz Leiche und Mördersuche auch eher nett zu. „Der Hund, der eine Grube gräbt“ ist ein echter Cosy-Krimi. Zwar hat jemand versucht, den Hund ihrer Freundin zu vergiften und kurz darauf liegt in deren Garten sogar eine menschliche Leiche. Aber Gewalt steht in diesem Buch nicht im Vordergrund. Wir begleiten die neugierige Tierärztin, deren Wege sich immer wieder mit der im Mordfall ermittelnden Polizei kreuzen, bei ihren eigenen Nachforschungen. Dabei geht es Katja Blum hauptsächlich um das Wohl der in diesen Fall ebenfalls involvierten Tiere. Wir lernen eine Katze, einen liebenswerten Schutzhund, ein trächtiges Pferd und viele weitere Tiere kennen. 

Der Schreibstil ist, wie von Carine Bernard gewohnt, angenehm und flüssig zu lesen. Viele Dialoge lassen die Szenen lebendig wirken. 

Mir hat sehr gefallen, wie in dieser Geschichte die Mördersuche in den Alltag einer Tierärztin integriert wurde. Die Beschreibung der Abläufe in der Tierarztpraxis wirkt sehr authentisch - kein Wunder, ist die Autorin doch selbst Tierärztin. Katja Blum ist Anfang 40, geschieden und alleinerziehende Mutter einer pubertierenden Tochter. Wie sie es schafft, alles unter einen Hut zu kriegen und sich auch von ihren Geldsorgen nicht unterkriegen zu lassen, wirkt realistisch und verdient Respekt. Für die Tierärztin steht das Wohl ihrer Tochter an erster Stelle. Deswegen zweifelt sie sogar am eigenen Tun, stellt persönliche Wünsche hintenan. Dass am Ende alles gut wird, erwartet man bei einem Cosy-Krimi. So beschert dieses Buch nicht nur spannendes Lesevergnügen, sondern lässt den Leser mit einem guten Gefühl und der Frage zurück: Wann wird Dr. Katja Maus das nächste Mal ermitteln? 


Fazit: 5***** und Leseempfehlung für alle Tierfreunde, die Krimis lieben

Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 260 Seiten und kostet 12,99 Euro. Das E-Book kostet normalerweise 4,99 Euro, ist im Moment aber noch für 2,99 Euro erhältlich.


Montag, 23. Oktober 2017

Gewinnspiel Blogtour "App to Date" - die Gewinner


Die Blogtour "App to Date" ist beendet. Carine Bernard hat gestern per Zufallsgenerator die Gewinner gezogen. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht und fleißig kommentiert haben. Und jetzt - Trommelwirbel - die Gewinner: 

Eine Messetasche mit einem Lesezeichen zu "App to Date" gewinnt Susanne Sanny Keller!
Der zweite Preis, ein E-Book "App to Date" samt Lesezeichen geht an Alexandra Wölfel!*
Und der erste Preis, ein Taschenbuch "App to Date" samt Lesezeichen geht verdientermaßen und mit einem dicken Dankeschön für die rege Teilnahme an - Jenny Siebentaler! 

*Da Alexandra auf ihren Gewinn verzichtet hat, bekommt stattdessen Sarah-Jane Momo Stephenson das E-Book.

Auch von mir herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und vielen Dank fürs Mitmachen. 

Freitag, 20. Oktober 2017

Werkstattgespräch mit Carine Bernard


Heute geht es hier weiter mit der Blogtour zu Carine Bernards neuem Liebeskrimi "App to Date", der am 13. Oktober erschienen ist. Was Ihr vielleicht schon immer aus dem Alltag einer Schriftstellerin wissen wolltet, Carine und ich haben darüber geredet, von Schreibwerkstatt zu Schreibwerkstatt:



Jo: Liebe Carine, magst Du meinen Blog-Lesern kurz verraten, wie Du dazu gekommen bist, Bücher zu schreiben?

Carine: Zum Bücherschreiben bin ich über unser gemeinsames Hobby Geocachen gekommen. Für einen Rätselcache habe ich mir vor einigen Jahren die Figur Molly Preston ausgedacht. Die letzte Rätselgeschichte ist dann immer umfangreicher geworden, so ist am Ende ein Buch daraus entstanden: Der Lavendel-Coup. Ich gab es einem Freund zu lesen, und er meinte, den Deutschen Buchpreis würde ich damit nicht gewinnen, aber er hätte schon viel Schlechteres gelesen, und ich solle es veröffentlichen. Damals hatte ich von Dingen wie Verlagssuche oder Selfpublishing überhaupt keine Ahnung und habe es einfach probiert.
Und dann hatte ich das große Glück, dass dieses Buch über die Plattform Neobooks zum Verlag Droemer-Knaur gekommen ist. 
Ich glaube, dein Weg war ja ähnlich - dein Hundekrimi "Schnüffelnase", für den deine Hündin Rika das Vorbild war, ist ja auch bei Droemer-Knaur erschienen. Wird es davon eigentlich eine Fortsetzung geben?

Jo: Oh ja, der zweite Hundekrimi ist in der Rohfassung bereits fertig. Ich tue mich etwas schwer damit, ihn loszulassen, was wohl auch an der extrem langen Schreibzeit liegt. Durch unsere Baustelle immer wieder unterbrochen, zog sich die Arbeit am Buch gut drei Jahre hin. Soviel kann ich aber schon verraten: Nach diesem zweiten Hundekrimi, in dem Rika, die Mörder jagende Schnüffelnase, in Berlin auf Verbrecherjagd geht, wird es einen dritten Teil geben, der hier im wunderschönen Oberen Donautal spielt - natürlich wieder mit Rika in der Hauptrolle. Von Dir gibt es ja bisher drei Molly-Preston-Krimis. Ist der vierte bereits in Arbeit und in welche schöne Gegend wirst Du uns darin entführen? 

Carine: Der vierte Molly-Preston-Krimi ist sogar schon erschienen, er wurde am 1. Juni veröffentlicht. Er spielt auf Mallorca, eine Gegend, die auch für Geocacher besonders interessant ist. Molly gerät darin zwischen die Fronten zweier rivalisierender Drogenbanden und muss den Tod einer jungen Zigeunerin aufklären. Mollys Freund Charles spielt diesmal eine größere Rolle, das war der Wunsch meiner Leser.
Fürs erste ist jetzt kein neuer Molly-Preston-Krimi in Planung. Das nächste Buch wird ein Regionalkrimi, der in  meiner neuen Heimat Ratingen spielt. Eine Tierärztin, ein Streifenpolizist und ein Schäferhund, der zu nett für einen Polizeihund ist, werden darin die Hauptrollen spielen. Ratingen ist eine wunderhübsche Stadt mit langer Geschichte und vereint durch seine Lage zwischen Ruhrgebiet, Rheinland und Bergischem Land viele kulturelle Elemente. Diese Vielfalt möchte ich in dem neuen Buch zeigen.Wo kommen dir eigentlich die besten Einfälle, zu Hause am Schreibtisch, oder wenn du unterwegs bist?

Jo: Unterwegs, eindeutig. Eine Geschichte beginnt meist wie ein Puzzle. Eine bestimmte Situation, manchmal nur ein Gedanke, bringt mich dazu, den Faden weiterzuspinnen. Dann fügt sich das nächste Puzzleteil ein, und das übernächste … Irgendwann entwickelt die Geschichte ein Eigenleben, sodass ich beim Schreiben oft selbst überrascht bin, wohin die Story führt. Ja, manchmal machen die Figuren, was sie wollen. Oder es taucht - real oder in meinen Gedanken - jemand auf, der unbedingt mit in diese Geschichte will. Das kann zum Beispiel Leonardo da Vinci sein oder ein Obdachloser, dem ich in Toulouse begegnet bin. Und wie ist es bei Dir? Planst Du eine Story von Anfang bis Ende und beginnst dann erst, sie aufzuschreiben, oder lässt Du Dich wie ich gern von Deinen Protagonisten überraschen?

Carine: Ein bisschen planen muss ich schon. Üblicherweise habe ich den Anfang und das Ende einer Geschichte und ein paar Eckdaten dazwischen. Dann entstehen in meiner Fantasie die Figuren, die ich brauche, um diese Idee zum Leben zu erwecken. Über die Hauptfiguren denke ich tatsächlich ziemlich lange nach, bevor ich das erste Wort schreibe. Erst wenn ich sie wirklich gut kenne, lasse ich sie in meinem Kopf interagieren, und dann beginne ich zu schreiben.
Dieser Vorbereitungsprozess dauert manchmal ein halbes Jahr oder länger. Der eigentliche Schreibprozess geht dann relativ schnell, vom ersten Buchstaben bis zur Rohfassung vergehen nur einige Wochen. Du hast ja bisher hauptsächlich Kurzgeschichten veröffentlicht. Wie lange schreibst du an so einer Geschichte? Worin besteht für dich der Hauptunterschied zu einem kompletten Roman?


Jo: Kurzgeschichten entstehen manchmal sehr spontan, dann schreibe ich die Rohfassung durchaus an einem Tag oder Abend nieder. Andere trage ich länger mit mir herum, bewege sie im Geiste hin und her, bevor ich mich hinsetze, um sie aufzuschreiben. Oft sind diese Geschichten Momentaufnahmen oder spielen in einem sehr kurzen Zeitraum. Das Schöne an Kurzgeschichten ist für mich das Ende, das Dich im optimalen Fall nachdenklich zurücklässt. Hier darf der Leser den Faden gern noch ein bisschen weiterspinnen. Ein Roman dagegen erzählt seine Geschichte ausführlicher, benötigt natürlich auch viel längere Schreibzeit. Dabei muss ich darauf achten, das trotzdem alles logisch zueinanderpasst. Ein Roman gibt im Gegensatz zur Kurzgeschichte viel mehr Raum für Figuren und ihre Entwicklung, für Nebenhandlungen und -Schauplätze. Manche Orte sind nur ins Buch gekommen, weil ich sie so beeindruckend fand. Liebe Carine, Deine Bücher spielen teilweise an besonders schönen Orten - in Wien, in der
Provence oder in den Yorkshire Dales. Reist Du gezielt dorthin zur Recherche oder ergibt sich die Buchidee vor Ort, beim Urlaub?


Carine: Das ist unterschiedlich. Beim Lavendel-Coup hatte ich die Idee zur Geschichte schon im Kopf, als ich im Urlaub in der Provence diese alte Kapelle entdeckte, die genau die Kulisse bot, die ich für meine Idee brauchte. Da war es dann naheliegend, die ganze Geschichte in der Provence spielen zu lassen, eine Gegend die wir schon oft im Urlaub bereist haben und die ich sehr liebe. Auch die Yorkshire Dales habe ich im Urlaub kennengelernt und mich in diese Landschaft verliebt. Wien dagegen ist ja meine alte Heimat, und es war mir ein großes Bedürfnis, diese wunderbare Stadt in einem Buch zu verewigen.
Für die Mallorca-Geschichte bin ich tatsächlich extra auf die Insel geflogen. Wir haben Freunde, die in Andratx ein Haus besitzen. Die hatten uns schon länger eingeladen, und so konnte ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Wir verlebten eine zauberhafte Woche auf Mallorca, und ich gewann genügend Eindrücke, um ein Buch daraus zu machen. Das Haus der Freunde war natürlich auch das Vorbild für das Haus, in dem Molly und Charles im Buch wohnen. 
Du bist ja auch eine "Zugezogene" hier im schönen Donautal. Hast du auch schon einmal die Idee gehabt, deine neue Heimat in einem Buch zu verewigen?


Jo: Der dritte Hundekrimi spielt hier im Oberen Donautal. Die Landschaft finde ich sehr inspirierend, urwüchsig, abenteuerlich und märchenhaft. Da kommen mir ständig neue Geschichten in den Sinn, die ich bisher aufgeschrieben, aber noch nicht veröffentlicht habe. Ich denke, so ähnlich geht es Dir mit Deiner neuen Heimat Ratingen auch, die Dich zu Deinem neuesten Roman angeregt hat, auf den ich schon sehr gespannt bin. Eine Mörder jagende Deutsch Drahthaar Hündin bei mir, ein für einen Polizeihund zu netter Schäferhund bei Dir - ich glaube, unsere vierbeinigen Protagonisten würden sich prima verstehen. Liebe Carine, ich bedanke mich für das interessante Gespräch und wünsche Dir weiterhin viele gute Einfälle, Spaß und Erfolg beim Schreiben und beim Geocachen. 


Carine Bernard - eine sympathische, freundliche Kollegin.
***

Und Ihr, liebe Leser, seid eingeladen, der Blogtour weiter zu folgen. Denkt daran, hier und auf den anderen Blogs fleißig zu kommentieren, denn das erhöht Eure Chancen bei Carines Gewinnspiel, über das ich bereits vorgestern berichtet habe. Vielleicht habt Ihr ja noch Fragen an Carine oder mich, die in unserem Werkstattgespräch nicht beantwortet wurden? Dann her damit und ran an die Gewinnspielpreise! 

Mit der Blogtour geht es heute nachmittag weiter bei Lina:







Mittwoch, 18. Oktober 2017

"App to Date" von Carine Bernard

Zum Erscheinen ihres neuen Liebeskrimis "App to Date" hat die Autorin Carine Bernard zu einer Blogtour eingeladen. Verschiedene Bloger stellen auf ihren Blogs das Buch vor, es gibt Interviews, Hintergrundinformationen und am Ende (Sonntag, 22.10.2017) ein großes Gewinnspiel, an dem auch Ihr, liebe Leser, hier auf diesem Blog teilnehmen könnt, denn Liselotteratur ist bei der Blogtour dabei. 




Rezension zu »App to Date« von Catherine Bernard

Ein Team von Psychologen entwickelt gerade eine neue Dating-App, mit deren Hilfe die Benutzer ihren perfekten Partner finden sollen. Jenny, die als Studentin diesem Team angehört, testet die App mit einem Fakeprofil. Doch dann wird es kompliziert - sie lernt mit Hilfe der App Jakob kennen und verliebt sich in ihn. Wenig später stirbt eines ihrer Dates und Jakob wird als Mörder verdächtigt. Natürlich versucht Jenny alles, um seine Unschuld zu beweisen ...

Es klingt wie ein moderndes Märchen: Die App analysiert mit Hilfe seines eigenen Smartphones den jeweiligen User, erkennt seine Bewegungen, Vorlieben, Kontakte usw. und schlägt ihm dazu passend die perfekten Datingpartner vor, sobald sich diese in seiner Nähe aufhalten. Jakob und Jenny sehen tatsächlich im jeweils Anderen den optimalen Partner. Klingt toll, kein langes Suchen mehr, keine Enttäuschenungen, Tränen und Liebeskummer. Nur dass jedes Ding zwei Seiten hat und Jenny bald erkennen muss, dass jemand die App und die mit deren Hilfe gesammelten Daten missbraucht. Und auch Jakob und Jenny werden von der Realität eingeholt, denn Konflikte und Missverständnisse kann selbst diese neue App nicht verhindern. 

Das Buch liest sich leicht und flüssig, die Charaktere sind relativ einfach - es gibt die Guten und die Bösen und kaum etwas dazwischen. Wenigstens Jakob hat als Guter ein paar Schwächen. Die Liebesgeschichte hat mich leider nicht so ganz gepackt. Einerseits ging es sehr schnell, andererseits war immer noch eine große Distanz zwischen den Beiden, z.B. das »verzockte Date«, oder dass Jenny nicht einfach mit der Wahrheit rausrückt. Durch die gelungene Beschreibung der Lokalitäten bekam ich direkt Lust, Düsseldorf wieder einmal zu besuchen. 

Mich hat vor allem die gruselige Datenmissbrauchsgeschichte fasziniert. Ein bitterböses was-wäre-wenn-Szenario. Der Mordfall war eher »Beiwerk«, zumal mir ziemlich schnell klar wurde, wer der Mörder sein würde und was sein Motiv ist - noch bevor es eine Leiche gab. Ein Rätsel gewohnter Krimileser hätte hier vielleicht mehr erwartet. Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und nachdenklich zurückgelassen. Denn, zu diesem Krimi gibt es eine interessante Vorgeschichte. Die Autorin Carine Bernard ließ sich inspirieren von einer wahren Zeitungsmeldung: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt":  Der Inhalt ist so ungeheuerlich, dass man ihn am liebsten ins Reich der Phantasie verbannen würde. Und doch ist diese psychologische Ausspionierung und Beeinflussung heute bittere Realität. Ich empfehle Euch dringend, den verlinkten Artikel zu lesen. Es geht nämlich nicht nur darum, welche personalisierte Buch-, Schuh- und Reisewerbung uns angezeigt wird. Damit könnte ich leben. Im Buch werden Dates gemacht. In der Realität Regierungen. DAS macht mir wirklich Angst.
Fazit: Leichter Liebeskrimi mit sehr realem, beängstigendem Hintergrund. 4****




"App to Date" von Carine Bernard erschien am 13. Oktober 2017. Das Taschenbuch hat 292 Seiten und kostet 11,90 Euro. Das E-Book ist zur Zeit für 2,49 Euro erhältlich. 

Hier auf meinem Blog erwartet Euch am Freitag, dem 20.10.2017 ein "Werkstattgespräch" mit Carine Bernard. Wir plaudern darüber, woher wir die Ideen für unsere Bücher bekommen, wie lange wir an einer Geschichte schreiben und ob es Fortsetzungen der bisher erschienenen Bücher geben wird. Bleibt schön neugierig und vergesst das Gewinnspiel nicht: 





Gewinnspiel - Info: 
1. Preis: 1 Taschenbuch "App to Date" + 1 Lesezeichen
2. Preis: 1 E-Book "App to Date" + 1 Lesezeichen
3. Preis: 1 Messetasche "App to Date" + 1 Lesezeichen

Teilnahmebedingungen: Die Blogtour "App to Date" findet vom 16. - 22.Oktober 2017 statt. Während dieser Zeit werden auf den beteiligten Blogs (blog-a-holic, Buchwellenreiter, Flowers Büchertagebuch, Lina liest halt und Liselotteratur) Beiträge gepostet.
UM AM GEWINNSPIEL TEILZUNEHMEN, MUSS WÄHREND DER BLOGTOUR MINDESTENS EIN BEITRAG KOMMENTIERT WERDEN: 
- direkt in einem der beteiligten Blogs
ODER
- in einem zur Blogtour verlinkten Facebook-Beitrag
(auf der Facebookseite eines der Blogs oder auf der Seite der Veranstaltung)

Jeder kommentierte Beitrag erhöht die Gewinnchance! Mehrfache Kommentare im gleichen Beitrag werden aber nur einmal berücksichtigt.

Die oben genannten Preise werden am Sonntag, den 22. Oktober um 14.00 Uhr unter allen Teilnehmern verlost.
Die Sachpreise können nicht in bar abgelöst werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Datenschutz: Zur Übermittlung der Gewinne ist es notwendig, nach der Auslosung Name und Adresse anzugeben. Diese Daten werden ausschließlich für das Gewinnspiel verwendet und anschließend gelöscht.
Wer zum Zeitpunkt der Auslosung (22.10.2017) noch nicht 18 Jahre alt ist, benötigt eine Einverständniserklärung der Eltern.

Veranstalter des Gewinnspiels ist Karin Uhlig, Am Pfingsberg 35, 40882 Ratingen. Weder Facebook noch die teilnehmenden Blogger sind für die Durchführung verantwortlich.
***

Viel Glück beim Gewinnspiel! Wenn Ihr mehr über "App to Date" wissen und Eure Chancen beim Gewinnspiel erhöhen möchtet, schaut auch auf den anderen Blogs vorbei. Der nächste Beitrag erscheint am 19.10.2017 um 10 Uhr bei:




Donnerstag, 20. Juli 2017

"Der Drachen-Klau" von Carine Bernard

Dies ist bereits der vierte Band der Molly Preston Reihe, und diesmal entführt uns der Cosy Krimi auf die schön Insel Mallorca. Was als gemeinsamer entspannter Urlaub von Molly und ihrem Freund Charles beginnt, entwickelt sich bald zu einer spannenden und zunehmend gefährlichen Verbrecherjagd. 

Carine Bernard verknüpft wieder sehr geschickt Mollys interessante Ermittlertätigkeit mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen. Vor allem die kleine Insel Sa Dragonera klingt für mich so verlockend, dass ich am liebsten gleich selbst dorthin reisen möchte. Aber auch andere Orte Mallorcas und die Beschreibung des leckeren Essens machen Lust auf Mallorca. Besonders gefallen haben mir die vielen eingebauten Informationen über die Situation der Gitanes (»Zigeuner«) auf Mallorca. Traurig, dass sie wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Am Beispiel der Figuren Cuio, Mattea und deren Großmutter wird der Konflikt verdeutlicht: Armut, Ausgrenzung und traditionelle Verpflichtung dem Familienclan gegenüber, lassen viele Gitanes den illegalen Weg einschlagen. Sich davon loszusagen, bedeutet den Bruch mit der »Familie«. Und die Großmutter möchte am liebsten alles zusammenhalten. 

In diesem Band erfahren wir endlich etwas mehr über Charles. Er ist nicht nur direkt anwesend, sondern wird sogar von Molly in die Ermittlungen mit einbezogen. Auch das Geocaching hat einen Platz in diesem Buch gefunden. Allerdings finde ich es schade, dass Molly mit den Ermittlungen so beschäftigt ist, dass sie den Cache vom Anfang der Geschichte nicht weiter sucht. Da muss sie wohl irgendwann noch einmal zurück nach Sa Dragonera. 


Fazit: 5***** Sterne und Empfehlung als Sommer-Urlaubs-Lektüre. 

Das Taschenbuch hat 264 Seiten, ist im Knaur TB Verlag erschienen und kostet 12,99 Euro. Das E-Book ist als TOPKRIMI für 4,99 Euro erhältlich.


Dienstag, 8. November 2016

"Die Schnitzel-Jagd" - Ein Wien-Krimi von Carine Bernard

Carine Bernards dritten Cosy-Krimi um die clevere und schöne Ermittlerin Molly Preston musste ich natürlich lesen, nachdem mir "Lavendel-Coup" und "Schaf-Komplott" bereits gut gefallen hatten. Bei diesem Teil finde ich das Cover besonders gelungen. Schnitzel-Jagd in der Stadt des Wiener Schnitzels und dann vor so einem schaurig schönen Hintergrund. Wenn man sich dann noch bewusst mach, dass Schnitzeljagd ein Synonym für das abenteuerliche Hobby Geocachen ist, mit dem auch Molly Preston wieder in Berührung kommt, dann sind Titel und Cover sehr passend gewählt. 

Ich teile die Begeisterung der Autorin fürs Geocachen und suche in ihren Krimis nicht nur die Spannung, sondern lerne auch gern daraus, wie man knifflige Rätsel-Caches löst. Allerdings glaube ich, dass für Leser, die nicht demselben Hobby nachgehen, die (technische) Ausführlichkeit der Ermittlungen vielleicht zu weit gehen könnte. Kritik an Carine Bernards Krimis bedeutet Jammern auf hohem Niveau. Wie seine Vorgänger ist auch "Schnitzel-Jagd" ein solide gestrickter, sprachlich ausgefeilter, logisch durchdachter und am Ende aufgelöster Krimi. Dem aufmerksamen Leser der anderen Bücher von Carine Bernard könnte aber langsam das bewährte Muster auffallen: Junge, kluge Frau wird mehr oder weniger zufällig in die Ermittlungen hineingezogen. In einer so nett beschriebenen Gegend, dass man am liebsten selbst dort Urlaub machen möchte, sind knifflige Rätsel zu lösen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Zur Abwechslung und Entspannung wird zwischendurch immer wieder lecker gegessen und getrunken, sodass ich meine Lektüre schon des Öfteren für einen Gang zum Kühlschrank unterbrechen musste. Kurz vor der Lösung des Falls wird es noch einmal so richtig gefährlich für die Ermittlerin ... Falls ich mir etwas wünschen dürfte, könnte der nächste Molly Preston Krim gern mit Abweichungen von diesem Muster überraschen. Ich bin gespannt und werde Molly auf jeden Fall treu bleiben. 

Kleiner Nebeneffekt: Mit den enthaltenen Beschreibungen Wiener Sehenswürdigkeiten wurde meine Sehnsucht verstärkt, dieser schönen Stadt endlich einen Besuch abzustatten.

Fazit: Empfehlenswerter Krimi, der ohne Gemetzel und große Grausamkeiten auskommt. 4****

Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 220 Seiten und kostet 12,99 Euro. Das E-Book ist für 4,99 Euro erhältlich. 




Montag, 4. Juli 2016

"Pater Noster" von Carine Bernard

Die Geschichte beginnt sehr geheimnisvoll. Weder Deborah noch die Leser ahnen, was es mit den Werbeplakaten an Düsseldorfs Wänden und den hübschen Armbändchen auf sich hat, die per Post an 50 ausgewählte Menschen verschickt wurden. Wie Deborah kommt man aber beim Lesen kaum zum Nachdenken, da die Handlung sehr temporeich weitergeht. Da ist die Werbeagentur, in der Deborah ein Praktikum macht. Zwischen ihr und dem Chef scheint es zu prickeln, aber auch ihr Exfreund hat noch nicht aufgegeben. Plötzlich gibt es auch noch eine Leiche. Hier muss ich sagen, der langsame qualvolle Tod hat mich ziemlich mitgenommen, gerade wegen der fast schon zu genau beschriebenen Details. Wie sehr muss ein Mensch einen anderen hassen und wie skrupellos muss er sein, um jemanden auf diese Weise zu töten!

Pater Poster Perlen ... kannte ich bisher nicht und habe ich noch nie gesehen. Sie scheinen ja wunderschön auszusehen. Dass sie außerdem hochgiftig sind, rückt die Sache mit den Armbändern in ein ganz anderes Licht.

Mir gefiel an diesem Buch die Verknüpfung von Liebesgeschichte und Krimi. Außerdem habe ich einen interessanten Einblick in die Werbebranche erhalten, hier wurde meiner Meinung nach sehr gut recherchiert. Auch die Entwicklung der Charaktere hat mir gefallen. Am Anfang scheint niemand wirklich böse zu sein, so eine grausame Tat traute ich keiner der Hauptfiguren zu. Dann entwickelten sich die Spieler und Gegenspieler, aber trotzdem - warum sollte einer von ihnen ...? Sowohl die Love- als auch die Crime Story steuern auf einen gemeinsamen Höhepunkt zu, der sich eine Weile vorher schon deutlich ankündigt. Das macht aber nichts, denn es blieb durch kleine überraschende Wendungen trotzdem spannend. Als Leser fühlte ich mich in die Ermittlungen einbezogen, da Deborah als Hauptfigur selbst ein paar interessante Entdeckungen machte, die sie und die Polizei dem Täter immer näher brachten. Auch wenn anfangs Manches nicht zu passen schien, gab es zum Schluss alles einen Sinn. 

Fazit: 5***** und Leseempfehlung

Das Taschenbuch hat 230 Seiten und kostet 9,99 Euro. Das E-Book ist für 3,99 Euro erhältlich.


Donnerstag, 2. Juni 2016

"Das Schaf-Komplott" von Carine Bernard

Molly Preston macht Urlaub in Yorkshire, als sie über eine Leiche stolpert. Mit ihrem kriminalistischen Gespür vermutet sie recht schnell Mord als Todesursache, auch wenn es zunächst anders aussieht. Wie schon in Mollys erstem Fall, dem "Lavendel-Coup", spielt auch hier wieder das schöne Hobby Geocachen eine Rolle. Trotz einiger krimineller Handlungen, denn zur Leiche gesellen sich noch ein paar gestohlene Schafe, liest sich das Buch eher wie ein entspannter Urlaubsbericht aus Yorkshire. Pub, Dart-Turnier, Museum, Schafhütewettbewerb, in dem kleinen Örtchen ist jeden Tag etwas los, und Molly hat schnell Anschluss an die Einheimischen gefunden. Alles nett und irgendwie gemütlich. Einzig zum Schluss gibt es fast so etwas wie einen packenden Showdown.

Für mich hätte es, selbst in einem Cozy-Krimi, etwas mehr Spannung und vor allem intelligente Ermittlerarbeit sein dürfen. Und gern auch mehr als ein Geocache. Molly bekommt in Yorkshire, im Gegensatz zum ersten Fall in der Provinz, kaum Gelegenheit, ihre Cleverness unter Beweis zu stellen. Selbst das, was sie herausfindet, ist mehr oder weniger Zufall als logische Ermittlungsarbeit und deutete sich für den Leser sehr früh an. Fast scheint es, als hätte Mollys brillanter Verstand ebenfalls Ferien, denn so doof, wie sie beim Spiegeleierbraten, kann man sich doch gar nicht anstellen! 

Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen, allerdings eher unter dem Aspekt, dass Yorkshire vielleicht auch einmal ein nettes, ruhiges Urlaubsziel für mich wäre. Wer also einen gemütlichen, unblutigen Krimi lesen möchte, bei dem die Leiche nur eine Nebenrolle spielt, und stattdessen etwas über Yorkshire erfahren möchte, ist hier genau richtig. Ich freue mich auf Molly dritten Fall, wo sie und ihr Verstand hoffentlich wieder voll im Einsatz sind.


Fazit: 4**** und Leseempfehlung für alle Cozy-Krimi-Freunde.

Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 226 Seiten und kostet 12,99 €. Das E-Book ist für 4,99 € erhältlich.


Freitag, 7. August 2015

"Der Lavendel-Coup" von Carine Bernard

Das Buch war als Provence- und Geocacher-Krimi angekündigt worden. Da ich sowohl Krimis, Südfrankreich als auch das Geocachen liebe, musste ich den "Lavendel-Coup" natürlich unbedingt lesen. Von der ersten Seite an war ich in Südfrankreich. Carine Bernard beschreibt die Landschaft, die Düfte, ja selbst die Geräusche der Zikaden so anschaulich, dass ich mich ein bisschen wie im Urlaub fühlte. In dieser Idylle ist Molly Preston unterwegs, als verdeckte Ermittlerin einer geheimen Abteilung der EU. Getarnt als Kunststudentin Marie hilft sie bei der Restaurierung alter Fresken in einer Kapelle und entdeckt dabei geheime Zeichen. Als einer der anderen Arbeiter in der Kapelle auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, verlagert Marie ihre Aktivitäten und folgt der Spur der Zeichen. Hilfe bekommt sie dabei von ihrem Freund Charlie, mit dem sie über den Handy Messenger in Kontakt steht. 
Ein unaufgeklärter Bankraub von vor über 100 Jahren und ganz aktuelle kriminelle Machenschaften lassen Marie nicht zur Ruhe kommen.

Besonders gefallen hat mir die Beschreibung der akribischen Suche nach den kleinen Hinweisen. Das war Geocaching pur, einschließlich des obligatorischen Drecks unter den Fingernägeln. ;-) 
 
Witzig ist der Hintergrund der Story. Die Autorin ist begeisterte Geocacherin und hat selbst schon ein paar sehr verzwickte und äußerst beliebte Rätsel-Caches, sogenannte Mysteries, gelegt. Dort stecken die Rätsel in kleinen Geschichten, mit Molly und Charles in den Hauptrollen. Die Idee, die Grundlage dieses Buches ist, erwies sich als zu umfangreich für einen Cache. Zum Glück! Denn so wurde stattdessen ein wirklich guter Krimi daraus, voller Spannung und Atmosphäre, der Lust macht auf mehr Abenteuer von Molly. Auch die Nebenfiguren wurden so anschaulich beschrieben, dass sie beim Lesen schnell zu Vertrauten wurden. Gefallen hat mir, dass im Buch Fotos der markanten Schauplätze enthalten sind. Eine kleine Kritik: Immer wenn Marie im Hotel von Margot das Essen serviert bekam, lief auch mir das Wasser im Munde zusammen. Das ist schon ein bisschen Leserquälerei. ;-) Nein, im Ernst, das Buch macht einfach Lust darauf, den nächsten Urlaub mal wieder in Südfrankreich zu verbringen. Im Schatten alter Platanen zu sitzen, das Baguette in die Suppe zu tunken, den funkelnden Roséwein zu trinken und nebenbei den nächsten Krimi mit Molly und Charles zu lesen. Es muss unbedingt weitergehen! 
Herzlichen Dank für dieses Lesevergnügen. Eindeutig 5*****



Das Buch ist als E-Book im Verlag Knaur eBook erhältlich und kostet 4,99 €. 
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