So ein Schnee-Krimi ist Euch nicht dunkel genug? Wie wäre es dann hiermit:
"Zwischenstopp" vereint zehn Horrorgeschichten der Autorin Jana Oltersdorff. Jana gewann mit "Redrum kommt nach Hause" übrigens den Thriller-Wettbewerb bei neobooks im Sommer 2013 und erhielt ein dickes Lob von Sebastian Fizek! Ich durfte Jana in Frankfurt auf der Buchmesse persönlich kennenlernen und empfehle Euch dieses Büchlein, wenn Ihr auf dunkle Geschichten steht.
Mein Leseeindruck:
Düstere Horrorgeschichten müssen nicht in einer fremden, unheimlichen Umgebung spielen. Dietzenbach bei Frankfurt klingt unscheinbar und genau das ist für mich das große Plus dieser Geschichten - sie passieren größtenteils im ganz alltäglichen Leben. Die (unfreiwilligen) Akteure sind Menschen wie Du und ich. Sie fahren von der Arbeit nach Hause und nehmen dafür die S-Bahn. Oder sie wollen ihrer schwangeren Frau am Abend nach 22 Uhr unbedingt noch den Fisch besorgen, nach dem dieser so gelüstet.
Bei Svens Geschichte fühlte ich mich an die Bilder von M.C. Escher erinnert ... Wo ist der Anfang, wo das Ende? Die Gartenpforte stand vor meinem geistigen Auge in Esthers Garten ... Bloddy Harry ließ mich schmunzeln, und Crystal Creek (die Geschichte, die als einzige sicher nicht im Umkreis von Frankfurt spielt) jagte mir wirklich eine Gänsehaut über den Rücken.
Ich liebe die Geschichten von Stephen King - eben weil dort am Anfang meist alles so normal aussieht und aus dieser Normalität das Grauen wächst. Genauso ist es bei den Geschichten von Jana Oltersdorff. Es muss nicht einmal Blut fließen, und trotzdem passiert das Grauen im Kopf des Lesers. Der Erzählstil und die Sprache der Autorin kennen keine Gnade. Ich konnte ihnen nicht entrinnen, bevor ich nicht atemlos am Ende der Geschichte angelangt war. ... Um mich gleich darauf in der Unverfänglichkeit des Beginns der nächsten Geschichte zu verlieren.
Danke für ein unterhaltsames, gänsehautgeladenes Lesevergnügen!
"Zwischenstopp" gibt es als Taschenbuch für 6,00 € bei amazon sowie als E-Book für 2,99 € bei fast allen E-Bookhändlern.
--> "Zwischenstopp" von Jana Oltersdorff
Ich wünsche düsteres Vergnügen!
In diesem Blog geht es ausschließlich um Literatur oder, einfacher gesagt, um Bücher. Ihr findet hier Buchempfehlungen, meine Rezensionen zu Büchern und e-Books, die ich gelesen habe, und Hinweise auf Downloads von e-Books. Da ein Blog durch Kommentare am Leben gehalten wird, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr diese Funktion fleißig nutzt.
Samstag, 22. März 2014
"Schneekind" von Silke Nowak
Dieser Krimi ist für mich mit einer eigenen kleinen Geschichte verbunden. Im Februar betrat ich (erstmals) meine neue Lieblingsbuchhandlung, die Carl-Liehner-Hofbuchhandlung in Sigmaringen. Hier werden noch Bücher verkauft, und man fühlt sich nicht wie in einer Nanu-Nana-Filiale, die auch Bücher anbietet. Eines der ersten Bücher, die mir ins Auge fielen, war "Schneekind", ein Krimi, der größtenteils in Sigmaringen spielt. Mein erster Gedanke, CreateSpace Selfpublishing, bestätigte sich. Ich war neugierig, wie es ein Buch einer Indie-Autorin bis ins Regal dieser Buchhandlung geschafft hatte, und erfuhr von der freundlichen Buchhändlerin, dass der Ehemann der Autorin es angeboten hatte, und man hier solche "Newcomer" unterstützt. Fein ... !!! Ein bisschen vom "Leberwurstmörder" erzählt, auch dafür besteht Interesse seitens des Buchladens.
"Schneekind" kam mit mir nach Hause. Die Autorin hatte ich über das Internet schnell ausfindig gemacht. Sie wohnt ganz in der Nähe. Inzwischen haben wir eine Menge E-Mails getauscht, uns persönlich getroffen und festgestellt, dass wir ähnlich ticken. ;-)
Herrlich, wenn nicht nur Bücher zu Freunden werden, sondern auch deren Autoren!
Meine Meinung zu "Schneekind" (ohne zuviel zu verraten)
"Schneekind" kam mit mir nach Hause. Die Autorin hatte ich über das Internet schnell ausfindig gemacht. Sie wohnt ganz in der Nähe. Inzwischen haben wir eine Menge E-Mails getauscht, uns persönlich getroffen und festgestellt, dass wir ähnlich ticken. ;-)
Herrlich, wenn nicht nur Bücher zu Freunden werden, sondern auch deren Autoren!
Meine Meinung zu "Schneekind" (ohne zuviel zu verraten)
Das Cover machte mich neugierig, der Klappentext ließ mich das Buch kaufen. Weihnachten, das Fest der Liebe, löst bei Anne mehr als unangenehme Gefühle aus, weswegen sie seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung ist. Dieses Jahr hat sie sich fest vorgenommen, sich ihrer Angst zu stellen und begleitet ihren Verlobten Alex, einen Chirurgen, zu seiner Familie nach Sigmaringen, um dort Weihnachten zu verleben. Alles scheint harmonisch, Anne hat ihre Angst im Griff und die Feiertage beginnen ganz klischeehaft mit guten Essen, die Familie sitzt zusammen - heile Welt. Doch dann stirbt jemand und schnell ist klar, dass es Mord war. Die Fassade der heilen Welt bekommt gewaltige Risse, und es bleibt nicht bei einer Leiche.
Das Buch hat für mich alles, was einen guten Krimi ausmacht. Es wird gemordet, verdächtigt, auf falsche Fährten gelockt, und am Ende mehr als eine Überraschung präsentiert. Außerdem finde ich die Beschreibung der Örtlichkeiten sehr gelungen. Das Schloss Sigmaringen ist ein Traum, und seine Kulisse hat mich auf den ersten Blick genauso beeindruckt wie Anne. Die weihnachtlichen Leckereien aus dem Hause Marquard ließen mir beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Kleiner Kritikpunkt - die Sache mit der Schwester müsste sich konsequenter und logischer durch die Geschichte ziehen. Wenn ich am Ende zurückblättere, stolpere ich an manchen Stellen, weil sie nicht ganz schlüssig sind. Dafür würde ich am liebsten eine halben Stern abziehen - was ja nicht möglich ist. Dafür gibt es ein Extradankeschön für das am Ende des Krimis abgedruckte Rezept der Aprikosenplätzchen!
Das Buch hat für mich alles, was einen guten Krimi ausmacht. Es wird gemordet, verdächtigt, auf falsche Fährten gelockt, und am Ende mehr als eine Überraschung präsentiert. Außerdem finde ich die Beschreibung der Örtlichkeiten sehr gelungen. Das Schloss Sigmaringen ist ein Traum, und seine Kulisse hat mich auf den ersten Blick genauso beeindruckt wie Anne. Die weihnachtlichen Leckereien aus dem Hause Marquard ließen mir beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Kleiner Kritikpunkt - die Sache mit der Schwester müsste sich konsequenter und logischer durch die Geschichte ziehen. Wenn ich am Ende zurückblättere, stolpere ich an manchen Stellen, weil sie nicht ganz schlüssig sind. Dafür würde ich am liebsten eine halben Stern abziehen - was ja nicht möglich ist. Dafür gibt es ein Extradankeschön für das am Ende des Krimis abgedruckte Rezept der Aprikosenplätzchen!
Das Taschenbuch kostet in ausgewählten Buchhandlungen oder bei amazon 7,99 €, das E-Book ist zur Zeit für 0,99 € erhältlich.
Viel Spaß beim Lesen!
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Märchenzeit
Ups - da bekam ich gerade Schimpfe! Wegen Halloween und ob das denn nottut, dass wir jeden Kram mitmachen. Na ja, man kann an Halloween natürlich auch etwas anderes lesen, es muss nicht immer ein (Hirn-loses) Zombiebuch sein.
Alternativ schlage ich vor, kuschelt Euch in die Sofaecke und nehmt Grimms Märchen zur Hand. z.B. in dieser Ausgabe:
Aber wundert Euch nicht, wenn es dort auch grausam, um nicht zu sagen "Halloween-mäßig" zugeht! Da wird bei lebendigem Leibe im Ofen gebraten, in glühenden Schuhen getanzt, bei lebendigem Leib heruntergeschluckt, es werden Bäuche aufgeschnitten und wieder zugenäht ... Mit diesem Buch fühle ich mich in die Kindheit zurück versetzt. Damals hab ich die beschriebenen Grausamkeiten gar nicht als schlimm empfunden, sondern die BÖSEN haben ihre gerechte Strafe bekommen. Es ist so schön, die alten Bekannten wieder zu treffen, mit ihnen zu bangen und doch zu wissen, dass am Ende alles gut ausgeht. Ich habe noch nie eine so ausführliche Sammlung von Grimms Märchen besessen - selbst bei den bekanntesten fand ich noch einige, die mir bisher unbekannt waren.
Diese wunderschöne Sammlung von rund 250 Märchen begleitet mich dank modernster Technik nun überall hin, so dass ich, falls irgendwann Wartezeit nötig ist, einfach weiter darin versinken kann. Liebevolle und detailreiche Illustrationen runden das Werk ab.
Die 89 Cent fürs E-Book sind eher ein symbolischer Preis, ich empfinde es als ein Geschenk.
--> Grimms Märchen
Alternativ schlage ich vor, kuschelt Euch in die Sofaecke und nehmt Grimms Märchen zur Hand. z.B. in dieser Ausgabe:
Aber wundert Euch nicht, wenn es dort auch grausam, um nicht zu sagen "Halloween-mäßig" zugeht! Da wird bei lebendigem Leibe im Ofen gebraten, in glühenden Schuhen getanzt, bei lebendigem Leib heruntergeschluckt, es werden Bäuche aufgeschnitten und wieder zugenäht ... Mit diesem Buch fühle ich mich in die Kindheit zurück versetzt. Damals hab ich die beschriebenen Grausamkeiten gar nicht als schlimm empfunden, sondern die BÖSEN haben ihre gerechte Strafe bekommen. Es ist so schön, die alten Bekannten wieder zu treffen, mit ihnen zu bangen und doch zu wissen, dass am Ende alles gut ausgeht. Ich habe noch nie eine so ausführliche Sammlung von Grimms Märchen besessen - selbst bei den bekanntesten fand ich noch einige, die mir bisher unbekannt waren.
Diese wunderschöne Sammlung von rund 250 Märchen begleitet mich dank modernster Technik nun überall hin, so dass ich, falls irgendwann Wartezeit nötig ist, einfach weiter darin versinken kann. Liebevolle und detailreiche Illustrationen runden das Werk ab.
Die 89 Cent fürs E-Book sind eher ein symbolischer Preis, ich empfinde es als ein Geschenk.
--> Grimms Märchen
"Es muss nicht immer Hirn sein" von Chris van Harb
Zombies haben es nicht leicht - genau wie wir. Sie können einsam sein, Fußschmerzen haben oder trotz Hunger keinen Appetit auf Menschenfleisch verspüren.
Über diese und andere "Zombie-Alltagsprobleme" erzählt die Autorin in ihrem Buch. Garniert und gewürzt wird das Ganze mit leckeren Zombie-Rezepten, die auch wir Normale gern nachkochen dürfen, denn es kommt garantiert kein Menschenfleisch auf den Tisch.
Witze Idee - diese Kombination aus Zombie-Alltag und Kochbuch. Auch die Beschreibung der Untoten ist witzig. Besonders gefiel mir der Anfang, wo es gleich voll zombiehaft zugeht. Ich sag nur ... den eigenen Adamsapfel mal eben wieder hinunterschlucken und weiter keifen. ;-)
Ein bisschen mehr Spannung hätte ich von den Geschichten erwartet, denn immerhin geht es hier um Untote. Ich hab nicht gerade atemlos umgeblättert, sondern eher amüsiert lächelnd gelesen und mich ab und zu über den banalen Schluss der Geschichte gewundert. Zombies sind eben auch nur Menschen! Am besten gefiel mir "Du bist nicht allein" - da hab ich zumindest überlegt - tut sie's, tut sie's nicht. Und auch die Flucht durch die dunkle Gasse ließ ein bisschen Gruselstimmung aufkommen.
Kleine Mängel im Format - die letzte Zeile eines Kapitels sieht im Blocksatz einfach nicht gut aus, wenn sie nur aus vier Worten besteht.
Ein Extra-Lob für das tolle Cover!!!
Alles in allem ein witziges und ungewöhnliches Buch, das gerade heute (Halloween!!!) für die richtige Stimmung im Haus sorgte. Nur wird es zum Abendessen sicher kein Hirn geben! ;-)
Das Buch ist als Taschenbuch (6,95 €) sowie als E-Book (2,99 €) bei amazon erhältlich.
--> "Es muss nicht immer Hirn sein" Chris van Harb
Über diese und andere "Zombie-Alltagsprobleme" erzählt die Autorin in ihrem Buch. Garniert und gewürzt wird das Ganze mit leckeren Zombie-Rezepten, die auch wir Normale gern nachkochen dürfen, denn es kommt garantiert kein Menschenfleisch auf den Tisch.
Witze Idee - diese Kombination aus Zombie-Alltag und Kochbuch. Auch die Beschreibung der Untoten ist witzig. Besonders gefiel mir der Anfang, wo es gleich voll zombiehaft zugeht. Ich sag nur ... den eigenen Adamsapfel mal eben wieder hinunterschlucken und weiter keifen. ;-)
Ein bisschen mehr Spannung hätte ich von den Geschichten erwartet, denn immerhin geht es hier um Untote. Ich hab nicht gerade atemlos umgeblättert, sondern eher amüsiert lächelnd gelesen und mich ab und zu über den banalen Schluss der Geschichte gewundert. Zombies sind eben auch nur Menschen! Am besten gefiel mir "Du bist nicht allein" - da hab ich zumindest überlegt - tut sie's, tut sie's nicht. Und auch die Flucht durch die dunkle Gasse ließ ein bisschen Gruselstimmung aufkommen.
Kleine Mängel im Format - die letzte Zeile eines Kapitels sieht im Blocksatz einfach nicht gut aus, wenn sie nur aus vier Worten besteht.
Ein Extra-Lob für das tolle Cover!!!
Alles in allem ein witziges und ungewöhnliches Buch, das gerade heute (Halloween!!!) für die richtige Stimmung im Haus sorgte. Nur wird es zum Abendessen sicher kein Hirn geben! ;-)
Das Buch ist als Taschenbuch (6,95 €) sowie als E-Book (2,99 €) bei amazon erhältlich.
--> "Es muss nicht immer Hirn sein" Chris van Harb
Dienstag, 22. Oktober 2013
"Die Katzenlady" von Melisa Schwermer
"Katzenlady" - das klang für mich elegant. Bis ich die Einführung von Melisa Schwermer las, die sie der eigentlichen Geschichte vorangestellt hat.
Sabrina lebt also mit ihrer fetten Messi-Mutter in einem Haus. Ganz am Anfang entsteht der Eindruck, mit Sabrina ist alles in Ordnung, sie hat ihren Job und kehrt jeden Tag zurück, um ihre alkoholabhängige und beinahe bewegungsunfähige Messi-Mutter zu versorgen. Ihr Problem wäre "nur" dass sie damit überfordert sei.
Warum aber bringt Sabrina dann die tropfenden, keimenden Mülltüten nicht raus??? Etwas später lese ich, sie ist selbst ziemlich fett. Also - Messi-Mutter und Messi-Tochter unter einem Dach. Wie sehr Sabrinas Psyche unter der Situation schon gelitten hat, zeigt sich, als sie einen scheinbaren Ausweg aus der Misere erkennt: Rattengift in den Schnaps ihrer Mutter zu schütten. Glaubt sie wirklich, wenn die Mutter davon "ein bisschen krank" würde, änderte sich etwas an ihrem Leben? Oder redet sie sich das nur ein, um vor sich selbst ihr wahres Ziel, die Mutter radikal und endgültig loszuwerden, zu verbergen? Im Selbstbelügen ist Sabrina nämlich gut ...
Die Geschichte mit ihrer detaillierten Beschreibung des Messihaushalts, in dem Katzen gefangen und gegessen werden, sowie Sabrinas kranker Gedanken, ist nichts für schwache Nerven. Teilweise hoher Ekelfaktor. Und doch reitet Melisa Schwermer nicht vordergründig und effekthascherisch auf diesen Details herum, sondern gibt gerade soviel preis, wie der Leser braucht, um die Situation zu verstehen. Eine Schlüsselszene ist für mich die erste Begegnung von Kerstin und Melisa im "Petto", ihr Verhalten zueinander und die völlig unterschiedlichen Gedanken zur Situation.
Nicht ganz nachvollziehbar erscheint mir das Verhalten von Chris' Schwester Yvonne. Erst macht sie so ein Theater in London, und dann wartet sie zwei / drei / mehrere Wochen (unterschiedliche Zeitangaben), bis sie konkrete Schritte unternimmt? Auch den Epilog habe ich nicht verstanden. Ich hatte erwartet, dass Sabrinas Taten andere Folgen für sie haben würden.
Ein Extra-Lob für das gelungene und passende Cover! Alles in allem eine Geschichte, die mich gefesselt hat und nachdenklich zurück ließ. Und irgendwie hatte ich danach das Bedürfnis, aufzuräumen und zu putzen ;-)
"Die Katzenlady" gibt es z.B. bei amazon als E-Book für 2,99 € und als Taschenbuch für 8,99 €
--> "Die Katzenlady" von Melisa Schwermer
Sabrina lebt also mit ihrer fetten Messi-Mutter in einem Haus. Ganz am Anfang entsteht der Eindruck, mit Sabrina ist alles in Ordnung, sie hat ihren Job und kehrt jeden Tag zurück, um ihre alkoholabhängige und beinahe bewegungsunfähige Messi-Mutter zu versorgen. Ihr Problem wäre "nur" dass sie damit überfordert sei.
Warum aber bringt Sabrina dann die tropfenden, keimenden Mülltüten nicht raus??? Etwas später lese ich, sie ist selbst ziemlich fett. Also - Messi-Mutter und Messi-Tochter unter einem Dach. Wie sehr Sabrinas Psyche unter der Situation schon gelitten hat, zeigt sich, als sie einen scheinbaren Ausweg aus der Misere erkennt: Rattengift in den Schnaps ihrer Mutter zu schütten. Glaubt sie wirklich, wenn die Mutter davon "ein bisschen krank" würde, änderte sich etwas an ihrem Leben? Oder redet sie sich das nur ein, um vor sich selbst ihr wahres Ziel, die Mutter radikal und endgültig loszuwerden, zu verbergen? Im Selbstbelügen ist Sabrina nämlich gut ...
Die Geschichte mit ihrer detaillierten Beschreibung des Messihaushalts, in dem Katzen gefangen und gegessen werden, sowie Sabrinas kranker Gedanken, ist nichts für schwache Nerven. Teilweise hoher Ekelfaktor. Und doch reitet Melisa Schwermer nicht vordergründig und effekthascherisch auf diesen Details herum, sondern gibt gerade soviel preis, wie der Leser braucht, um die Situation zu verstehen. Eine Schlüsselszene ist für mich die erste Begegnung von Kerstin und Melisa im "Petto", ihr Verhalten zueinander und die völlig unterschiedlichen Gedanken zur Situation.
Nicht ganz nachvollziehbar erscheint mir das Verhalten von Chris' Schwester Yvonne. Erst macht sie so ein Theater in London, und dann wartet sie zwei / drei / mehrere Wochen (unterschiedliche Zeitangaben), bis sie konkrete Schritte unternimmt? Auch den Epilog habe ich nicht verstanden. Ich hatte erwartet, dass Sabrinas Taten andere Folgen für sie haben würden.
Ein Extra-Lob für das gelungene und passende Cover! Alles in allem eine Geschichte, die mich gefesselt hat und nachdenklich zurück ließ. Und irgendwie hatte ich danach das Bedürfnis, aufzuräumen und zu putzen ;-)
Ein Extra-Lob für das gelungene Cover.
--> "Die Katzenlady" von Melisa Schwermer
Dienstag, 8. Oktober 2013
"Van der Bronk ermittelt - Die Tierkrimis" - von Cosima Konrad
Auf dieses E-Book wurde ich rein zufällig aufmerksam - und musste es lesen. Denn Tiere, die helfen, einen Mord aufzuklären, sind natürlich besonders interessant für die Mutter der Mörder jagenden Schnüffelnase.
Die beiden Kurzkrimis spielen in Belgien, und Inspektor van der Bronk beweist, dass er den heimlichen Spitznamen "Dr. Dolittle der Brüsseler Mordkommission" zu recht trägt. Im ersten Fall ist ein Papagei der einzige Mordzeuge. Witzig, dass er bei seiner Besitzerin nie sprechen wollte. Erst van der Bronk gegenüber wird der Vogel gesprächig und hilft dadurch, den Mord aufzuklären.
Im zweiten Fall ist ein Hund ein wichtiger Zeuge, dem es gelingt, den Mörder der Lüge zu überführen. Bei der fehlenden Kralle bekam ich eine Gänsehaut - denn so ein Malheur ist unserer Rika auch schon passiert. Zum Glück wuchs die Kralle nach.
Die Sprache ist nahezu fehlerfrei, das fiel mir angenehm auf. Nur über die Anreden Sir, Mister, Mrs. und Officer habe ich mich etwas gewundert - sagen die Belgier nicht Meneer und Mevrouw, wenn sie niederländisch sprechen und benutzen ansonsten das französische Monsieur bzw. Madame?
Ich habe die beiden Kurzkrimis gestern vor dem Einschlafen gelesen und wie man sieht, hatte ich dabei tierische Gesellschaft. Liebe Cosima, es würde mich freuen, wenn Du diese Reihe fortsetzt und van der Bronk noch viele weitere tierische Zeugen zur Seite stellst.
"Van der Bronk ermittelt - Die Tierkrimis" - von Cosima Konrad gibt es als E-Book z.B. bei amazon für 1,53 €
--> Die Tierkrimis
Die beiden Kurzkrimis spielen in Belgien, und Inspektor van der Bronk beweist, dass er den heimlichen Spitznamen "Dr. Dolittle der Brüsseler Mordkommission" zu recht trägt. Im ersten Fall ist ein Papagei der einzige Mordzeuge. Witzig, dass er bei seiner Besitzerin nie sprechen wollte. Erst van der Bronk gegenüber wird der Vogel gesprächig und hilft dadurch, den Mord aufzuklären.
Im zweiten Fall ist ein Hund ein wichtiger Zeuge, dem es gelingt, den Mörder der Lüge zu überführen. Bei der fehlenden Kralle bekam ich eine Gänsehaut - denn so ein Malheur ist unserer Rika auch schon passiert. Zum Glück wuchs die Kralle nach.
Die Sprache ist nahezu fehlerfrei, das fiel mir angenehm auf. Nur über die Anreden Sir, Mister, Mrs. und Officer habe ich mich etwas gewundert - sagen die Belgier nicht Meneer und Mevrouw, wenn sie niederländisch sprechen und benutzen ansonsten das französische Monsieur bzw. Madame?
Ich habe die beiden Kurzkrimis gestern vor dem Einschlafen gelesen und wie man sieht, hatte ich dabei tierische Gesellschaft. Liebe Cosima, es würde mich freuen, wenn Du diese Reihe fortsetzt und van der Bronk noch viele weitere tierische Zeugen zur Seite stellst.
"Van der Bronk ermittelt - Die Tierkrimis" - von Cosima Konrad gibt es als E-Book z.B. bei amazon für 1,53 €
--> Die Tierkrimis
Mittwoch, 25. September 2013
"Der Rabbi und das Böse" von Katharina Höftmann
Auf
einer Friedensdemo in Jaffa wird ein Rabbiner von einem Mann im
Weihnachtsmannkostüm niedergestochen. Kommissar Assaf Rosenthal
ermittelt und stellt fest, dass der Rabbi sowieso bald gestorben wäre
– in seinem Körper befindet sich Arsen, er wurde über längere
Zeit vergiftet. Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass der
ehrwürdige und geachtete Rabbi nicht nur in zwielichtige
Immobiliengeschäfte verstrickt war. Und dann gibt es auch noch
Raketenalarm in Jaffa …
Dieser
Krimi ist der zweite Teil einer Reihe, in der Assaf Rosenthal
ermittelt. Auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben, findet man gut
in die Geschichte hinein. Die Hauptfiguren (Assaf, Gili, Yossi, Zipi
...) werden mit ihren Stärken und Schwächen anschaulich
beschrieben. Ich hatte mir von diesem Buch neben einer spannenden
Krimihandlung vor allem einen Einblick in das Leben im heutigen
Israel erwartet und wurde nicht enttäuscht. Dass es dort politisch
und religiös SO bunt zu geht, war mir nicht bewusst. Araber, Juden
Christen ... ja. Aber dass es innerhalb der Juden so viele
verschiedene Strömungen und Ansichten mit teilweise extremen Regeln
und Vorschriften gibt!
Das
Buch liest sich gut und es macht hungrig. Es werden viele
Mahlzeiten so beschrieben, dass man Appetit bekommt. (Rezepte im Anhang wären auch eine feine Idee!) Mir gefallen die
immer wieder eingestreuten hebräischen Worte (und die Auflösung am
Ende des Buches). Ebenfalls hilfreich wäre eine Landkarte von
Israel, um eine Vorstellung zu bekommen, wo die beschriebenen Orte
liegen. Es ist doch irgendwie eine andere Welt für mich. Um so
faszinierender ist es, mit jeder Seite des Buches tiefer dort
einzutauchen. Die Beschreibung der Raketenalarme war schon heftig.
Obwohl die Gefahr nie ganz dicht herankam, war sie spürbar. Das ist
etwas, was wir glücklicherweise nicht aus eigenem Erleben kennen.
Ich finde gut, dass die Autorin viele Probleme Israels aufgreift, ohne
dabei Partei zu ergreifen. Sie lässt ihre Figuren die
unterschiedlichen Meinungen vertreten und mehr oder weniger
nachvollziehbar argumentieren. So kann der Leser sich selbst ein Bild
machen. Ich wusste ja so Vieles nicht! Und damit meine ich nicht nur
die großen politischne und religiösen Zusammenhänge, sondern auch
ganz triviale Dinge - z.B., dass es „Sheitel-Läden“ gibt, die
braune Bob-Perücken für die jüdischen Frauen verkaufen.
Insgesamt gesehen tritt die Krimihandlung stellenweise fast in den Hintergrund, besonders, als Assaf feststellt, dass er in die falsche Richtung ermittelt hat. Das störte mich aber nicht, da ich das Buch ja auch mit der Erwartung las, mehr über das Leben in Israel zu erfahren. Und da wurde ich von Katharina Höftmann, einer jungen deutschen Autorin, die in Tel Aviv lebt, nicht enttäuscht.
Buchdetails
- Erscheinungsdatum Erstausgabe :09.09.2013
- Aktuelle Ausgabe : 09.09.2013
- Verlag : Aufbau TB
- ISBN: 9783746629636
- Flexibler Einband: 304 Seiten
- Sprache: Deutsch
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