In diesem Blog geht es ausschließlich um Literatur oder, einfacher gesagt, um Bücher. Ihr findet hier Buchempfehlungen, meine Rezensionen zu Büchern und e-Books, die ich gelesen habe, und Hinweise auf Downloads von e-Books. Da ein Blog durch Kommentare am Leben gehalten wird, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr diese Funktion fleißig nutzt.

Dienstag, 28. Juni 2016

"Stinkertee" von Günter von Lonski (Ein Fall für die Küchendetektive)

Wie kommt der Stinkerkäse in die Teedose? Diese Frage beschäftigt die Küchendetektive Schmalhans (ein Holzlöffel), Süßmarie (eine Zuckerdose) und ihre Freunde. Denn sie wollen Paula helfen, der kleinen Tochter von Frau Blumenstein. Das Mädchen wird von seiner Mutter mit drei Tagen Hausarrest bestraft, weil die Mutter Paula der Tat verdächtigt. Mit kriminalistischem Spürsinn und unter Mithilfe anderer Küchenkleingeräte versuchen Schmalhans und Süßmarie den Weg des Stinkerkäses nachzuvollziehen. 

Mir haben an dieser Kindergeschichte die vielen kleinen Details gefallen, die zur Atmosphäre beitragen. Da vergisst die Küchenuhr vor Spannung zu ticken, der Petersilie zittern die Blätter, und die schlanke Ölkanne Esmeralda gibt Yogakurse. Die vielen bunten Zeichnungen von Olena Otto-Fradina gefallen mir sehr gut. Die Küchenhelfer sind mit viel Liebe und Phantasie gezeichnet. So erinnert der Holzlöffel Schmalhans irgendwie an Sherlock Holmes, was ja wohl beabsichtigt ist. Er ist in dieser Geschichte der Held, der wagemutig auf einer aus Zahnstochern gebastelten Leiter die Spur des Stinkerkäses verfolgt.

Weniger gefallen hat mir, dass Paula für das vermutete Vergehen von ihrer Mutter drei Tage Stubenarrest bekam. Solche Strafen haben meiner Meinung nach weder in Kinderbüchern noch in der Erziehung etwas zu suchen. Die Geschichte selbst geht mir an manchen Stellen etwas langsam voran, wenn z.B. ganz ausführlich erzählt wird, wie der Holzlöffel "eingekleidet" wird o.ä. Vielleicht fehlt mir dafür auch nur der richtige Blickwinkel und kleine Kinder empfinden das anders. 

Fazit: Süße, liebevoll ausgeschmückte Geschichte für Kinder ab 6 Jahre. Ich gebe gern 4****

Dass Taschenbuch hat 34 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen und kostet 6,95 Euro. Das E-Book ist für 4,95 Euro erhältlich. 




"Glow" von Amelia Freer (Gut essen, glücklich leben)

Dieses Buch von Armelia Freer kam genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Leben. Ich war unzufrieden mit meiner Ernährung und den Folgen, die sich daraus für meinen Körper ergaben. Zwar verheißt der grüne Button auf dem Cover genau das, was auch die meisten Werbespots uns glauben machen wollen: Wir alle könnten jünger, schlanker und gesünder aussehen, wenn wir nur die richtige Nahrung zu uns nähmen. Nur verkauft Amelia Freer keine Light, Smart oder Diät-Produkte, ganz im Gegenteil. In einer Logik, die mir so zuvor noch in keinem Ernährungsratgeber begegnet ist, erklärt die Autorin, welche Lebensmittel uns guttun, welche nicht und warum das so ist. Und damit es nicht bei der Theorie bleibt, gibt sie ganz am Anfang des Buches bereits dem Leser praktische Aufgaben: Da werden Küche und Vorratskammer von ungesunden Lebensmitteln radikal befreit. Als Ausgleich gibt es Empfehlungen, was wir stattdessen kaufen und immer im Haus haben sollten. Falls das zu hart klingt, darf man auch erst nur EIN krank machendes Lebensmittel entsorgen und durch Gesünderes ersetzten. 
Es sind genau diese kleinen Denkanstöße, die das Buch von anderen ähnlichen Werken unterscheiden. Zum Beispiel betont die Autorin, dass wir nicht versuchen müssen, perfekt zu sein, Konsequenz genügt. Und sie räumt mit dem Vorurteil auf, gesunde Ernährung bedeute Verzicht, Hunger und Kalorienzähnen. Das Gegenteil ist der Fall. Nehmen wir die richtigen Lebensmittel zu uns, fühlen wir uns fitter, weniger aufgebläht, haben mehr Energie und sind glücklich.
Bewusster essen ist Genuss und nicht Entsagung, und das kann man lernen. Wem Paleo etwas sagt, der weiß, worum es in diesem Buch geht. Das hätte man allerdings auch auf den Buchtitel schreiben können und damit mehr sachliche Information vermittelt, als mit dem leicht reißerisch klingenden "... in 10 einfachen Schritten"

Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt und das merkt man leider auch. Immer wieder stolperte ich über Grammatik- oder Rechtschreibfehler, falsche Übersetzung (z.B konsistent statt konsequent, viel statt fiel), dann fehlten ganze Worte, sodass der Satz keinen Sinn ergab. Ich bin der Meinung, so etwas dürfte bei einem renommierten Verlag nicht passieren. Zweiter Kritikpunkt ist der viel zu kurze  Rezeptteil, der wirkt, wie schnell noch hinter dran gehängt. Zwar wird vorher ganz kurz das Baukastensystem erklärt, aber warum wird im Rezeptteil kein Bezug darauf genommen? Positiv aufgefallen ist mir bei den Rezepten, dass fast alle Zutaten selbst in kleineren Orten Deutschlands problemlos erhältlich sein sollten. 

Fazit: Ein sehr informatives Buch, aus dem ich viel gelernt habe und umsetzen werde. 4****

Das Taschenbuch ist im Goldmann Verlag erschienen, hat 272 Seiten mit vielen lecker anzuschauenden Farbfotos und kostet 14,90 Euro. Das E-Book ist für 11,99 Euro erhältlich.






Dienstag, 7. Juni 2016

"Schweiz - Suisse - Switzerland - スイス" von Christof Sonderegger

Mit 18 mal 13,5 Zentimetern ist das Büchlein nicht viel größer als eine Postkarte. Und doch ist es dem Herausgeber gelungen, die ganze Vielfalt der Schweiz zwischen die beiden Buchdeckel zu pressen. Gedacht ist das Büchlein als Souvenir für Besucher der Schweiz. Da diese aus aller Welt anreisen, sind alle Texte und Bildbeschreibungen sowohl in Deutsch, Englisch und Französisch, als auch in Japanisch zu lesen. Wobei trotz des kleinen Formats der Schwerpunkt auf den Bildern liegt. Natürlich ist es nahezu unmöglich, alle Facetten dieses sehenswerten und vielfältigen Landes vollständig abzubilden. Aber die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten sowohl kultureller als auch natürlicher Art, werden gezeigt. So bekommt der Betrachter / Leser einen Eindruck von der Harmonie und auch den Gegensätzen der Schweiz. Viele stimmungsvolle Aufnahmen mehr oder weniger bekannter Orte werden auch manchen überraschen, der die Schweiz zu kennen glaubt. Die Fotos verzaubern, ziehen den Betrachter hinein ins Geschehen. Egal, ob dies ein Volksfest ist, ein nebelverhangenes Seeufer oder ein gemütlich ausschauendes Häuschen vor der eindrucksvollen Kulisse schneebedeckter Berge. Wer schon in der Schweiz war, wird Szenen und Stimmungen wiederkennen. Wer es bisher versäumte, bekommt Lust, endlich dorthin zu reisen.

Das Buch ist ein schönes Geschenk für Freunde aus aller Welt, für Gäste, die nach Europa kommen und für jeden, der sich an hochwertigen Fotos der Schweiz erfreuen möchte. Sicherlich würden diese im größeren Format noch besser zur Geltung kommen. Aber so wie es ist, passt das Büchlein in jede Handtasche und jeden Rucksack und wird vielleicht bei der nächsten Reise in die Schweiz dabei sein ...


Fazit: 5*****

Das Büchlein ist im AS Verlag erschienen,  hat 125 Seiten, einen flexiblen Einband und kostet 18,90. 


Montag, 6. Juni 2016

"Die kleine Schleife" - Das Geschenk - von Svenja Hirsch und Katarina Kühl

"Es war einmal eine kleine grüne Schleife, die sich fragte, ob sie schief gewickelt sei." So beginnt die kurze Geschichte, in der die kleine Schleife im Mittelpunkt steht. Sie beobachtet, was im Hause Kirschsiegel vor sich geht, macht sie ihre Gedanken und wird selbst ins Geschehen einbezogen. Eine schöne Idee aus dem Wäldchen-Verlag, dieses dünne Mini-Geschenk-Büchlein im Postkartenformat, das sich dank mitgeliefertem Aufkleber auch direkt und ohne Umschlag per Post verschicken lässt. Gedacht ist das Büchlein als Auftakt einer Serie und die Familie Kirschsiegel, immer erzählt aus Perspektive der kleinen Schleife. Dieser erst Teil überrascht mit Der Schwangerschaft von Frau Kirschsiegel. Die Anregung des Verlags, dieses Büchlein zur Bekanntgabe des bevorstehenden freudigen Ereignisses zu verschenken, finde ich gut. Dringend notwendig scheint mir allerdings, die Käufer dieses Büchleins auf die Thematik Schwangerschaft hinzuweisen, um nicht mit dem Geschenk ins Fettnäpfchen zu treten oder alte Wunden aufzureißen. Diese Anregung kam von mehreren Seiten und wurde meines Wissens vom Verlag bereits umgesetzt. Prima! Das ist einer der Vorteile kleiner engagierter Verlage. 

Die Illustrationen hätten gern noch etwas zahlreicher sein können, ein wenig liebevolle Verspieltheit wäre meiner Meinung nach auf jeder Seite gut unterzubringen gewesen und würde zum Charakter der Geschichte passen. Entweder kleine Ornamente - in diesem Fall Backzutaten o.ä., oder statt des roten Fadens ein grüner, in Gestalt einer sich über alle Seiten kringelnden Schleife. 

Alles in allem eine schöne und ausbaufähige Idee, die ich in dieser Form noch nirgendwo gesehen habe. Ich bin gespannt auf die nächsten Erlebnisse der kleinen Schleife im Hause Kirschsiegel. 


Fazit: 4**** und Verschenke-Empfehlung im Falle einer glücklichen Schwangerschaft.

Das Minibüchlein im Postkartenformat (14,7 x 10,5 x 0,2 cm) ist im Wäldchenverlag erschienen, hat 16 Seiten und kostet 5 Euro. 


Donnerstag, 2. Juni 2016

"Das Schaf-Komplott" von Carine Bernard

Molly Preston macht Urlaub in Yorkshire, als sie über eine Leiche stolpert. Mit ihrem kriminalistischen Gespür vermutet sie recht schnell Mord als Todesursache, auch wenn es zunächst anders aussieht. Wie schon in Mollys erstem Fall, dem "Lavendel-Coup", spielt auch hier wieder das schöne Hobby Geocachen eine Rolle. Trotz einiger krimineller Handlungen, denn zur Leiche gesellen sich noch ein paar gestohlene Schafe, liest sich das Buch eher wie ein entspannter Urlaubsbericht aus Yorkshire. Pub, Dart-Turnier, Museum, Schafhütewettbewerb, in dem kleinen Örtchen ist jeden Tag etwas los, und Molly hat schnell Anschluss an die Einheimischen gefunden. Alles nett und irgendwie gemütlich. Einzig zum Schluss gibt es fast so etwas wie einen packenden Showdown.

Für mich hätte es, selbst in einem Cozy-Krimi, etwas mehr Spannung und vor allem intelligente Ermittlerarbeit sein dürfen. Und gern auch mehr als ein Geocache. Molly bekommt in Yorkshire, im Gegensatz zum ersten Fall in der Provinz, kaum Gelegenheit, ihre Cleverness unter Beweis zu stellen. Selbst das, was sie herausfindet, ist mehr oder weniger Zufall als logische Ermittlungsarbeit und deutete sich für den Leser sehr früh an. Fast scheint es, als hätte Mollys brillanter Verstand ebenfalls Ferien, denn so doof, wie sie beim Spiegeleierbraten, kann man sich doch gar nicht anstellen! 

Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen, allerdings eher unter dem Aspekt, dass Yorkshire vielleicht auch einmal ein nettes, ruhiges Urlaubsziel für mich wäre. Wer also einen gemütlichen, unblutigen Krimi lesen möchte, bei dem die Leiche nur eine Nebenrolle spielt, und stattdessen etwas über Yorkshire erfahren möchte, ist hier genau richtig. Ich freue mich auf Molly dritten Fall, wo sie und ihr Verstand hoffentlich wieder voll im Einsatz sind.


Fazit: 4**** und Leseempfehlung für alle Cozy-Krimi-Freunde.

Das Taschenbuch ist bei KNAUR erschienen, hat 226 Seiten und kostet 12,99 €. Das E-Book ist für 4,99 € erhältlich.


"Todesstrand" von Katharina Peters

Ein Krimi aus meiner alten Heimat - den musste ich lesen und wurde nicht enttäuscht. Emma Klar hat bei ihrem letzten Polizeieinsatz Fürchterliches durchgemacht und kehrt zwei Jahre später unter neuer Identität in die Nähe des Geschehens zurück, um den Mann, der ihr das angetan hat, zur Strecke zu bringen. Ich finde es bewundernswert, dass sie sich das traut, denn immerhin ist ihr grausamer Gegenspieler ebenfalls untergetaucht und organisiert seine Verbrechen im Verborgenen. Ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem beide Seiten hoffen, die Katze zu sein und die Maus zu erlegen.

Katharina Peters hat eine interessante Ermittlergruppe konstruiert: offiziell eine Privatdetektei mit Büros in Rostock und Wismar, aber heimlich verbunden mit dem BKA. Die Detektive haben nahezu alle Freiheiten privater Ermittler und können dazu den kompletten Apparat des BKA nutzen. 

Emmas direkte Vorgesetzte Johanna ist ein interessanter "Anti-Typ" und gerade deshalb irgendwie cool. Von ihr hätte ich mir noch etwas mehr Persönliches gewünscht. Auch Emma hat ihre Stärken und Schwächen - sie ist einerseits die mutige Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und im direkten Kampf einen Mann getötet hat, als dieser sie schon zu Tode gequält glaubte. Andererseits vernachlässigt sie grob die geltenden Regeln für ihre neue Identität und bringt dadurch sich selbst und andere in tödliche Gefahr. Das passt für mich einfach nicht zusammen, ebenso wie ihre Fahrt allein nach Wismar gegen Ende der Geschichte. 

Das Buch liest sich flott, aber ich hatte ein paar Probleme mit den Figuren. zum einen die sehr ähnlichen Namen - Luis und Lukas. Bei den Gegenspielern habe ich eine Weile gebraucht, bis mir klar war, dass Mint NICHT der neue Name von Teith ist. Irgendwie fehlte mir bei den meisten Personen etwas Unverwechselbares. 
Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen, vertraute Schauplätze wiedererkannt und mich schon ein bisschen gewundert, wie viel kriminelle Energie die Autorin in Mecklenburg untergebracht hat. Schön, dass die ansonsten üblichen Klischees vermieden wurden.

Fazit: Leseempfehlung, 4**** und Vorfreude auf hoffentlich weitere Fälle dieser Ermittlertruppe. 

Das E-Book ist bereits erschienen und kostet 7,99 €. Das Taschenbuch wird am 19.1.2017 im Aufbau Taschenbuchverlag erscheinen, 256 Seiten haben und 9,99 € kosten. 



Dienstag, 31. Mai 2016

"Anständig essen" von Karen Duve

Von diesem Buch hatte Mr. J schon bei einem unserer ersten Dates geschwärmt. Fünf Jahre später las ich es endlich. Genau zu einer Zeit, als ich mit meiner Ernährung nicht mehr wirklich zufrieden war. Daher fand ich die Idee Karren Duves, im Selbstversuch sich je zwei Monate Bio, vegetarisch, vegan und zum Schluss sogar frutarisch zu ernähren, interessant und auch irgendwie witzig. Vor allem, weil ich es ja nur lesen und nicht selbst ausprobieren musste. Ich könnte schön von den Erfahrungen der Autorin profitieren, mir meine eigene Meinung bilden und danach ein bisschen was an meiner Ernährung ändern. Dachte ich. Dann begann ich zu lesen. 

Der Erzähl-Stil ist angenehm, die Mischung abwechslungsreich, so dass es nie langweilig wird. Erfahrungen des Selbstversuchs, Anekdoten aus dem Leben mit den Haustieren, immer wieder "Jiminy Grille" als ins Gewissen redende Freundin, und harte Fakten, die man nicht gern liest, die aber Tatsachen widerspiegeln. 

Manche Erfahrung der Autorin deckte sich mit meinen stichprobenartigen Tests der genannten Ernährungsformen in den vergangenen Jahren. Bio ist gut und inzwischen an jeder Ecke zu haben, aber Bio ist nicht gleich Bio. Warum Vegetarier einerseits auf Fleisch und Wurst, Veganer sogar auf Käse und Milch verzichten, sich andererseits aber seltsam schmeckende teure Ersatzlebensmittel kaufen, konnte ich noch nie verstehen. Wenn ich keine Wurst essen will, dann brauche ich auch keine in Wurstform gepresste Sojapaste. Aber ein bisschen weniger Fleisch zu essen, noch dazu vom Bio-Bauern, das war doch wirklich kein Verbrechen. Dachte ich. Dann las ich weiter. Und ich bekam ein Problem. Karen Duve hat nicht einfach nur anders gegessen, sie hat sich auch mit der Philosophie beschäftigt, die dahinter steckt und mit den grausem Fakten, wie unsere Landwirtschaft funktioniert. Kurz zusammengefasst geht es um die Frage, ob wir Menschen das Recht haben, andere Lebensformen auszubeuten, zu quälen und zu töten, um unserem Genuss zu frönen. Wiegt das Leid der Tiere, insbesondere in Massentierhaltung, weniger schwer, weil es ja nur dumme Tiere sind und wir Menschen die intelligente Krone der Schöpfung? Haben vielleicht sogar Pflanzen Gefühle? Viele Fragen, die in eine Antwort mündeten: Aus moralischer Sicht ist es nicht vertretbar, Tier zu töten, um sie zu essen, Kälbchen ihrer Mutter zu entreißen, um unseren ständig wachsenden Durst nach Milch zu stillen. Frutarier gehen sogar noch einen Schritt weiter, beziehen die Pflanzen mit ein, essen nur, was die Pflanze hergibt, ohne dafür getötet werden zu müssen.

Wie Karen Duve begann ich zu verstehen, warum sich so viele Menschen dem Wissen um diese grausamen Fakten verweigern. Wenn Du nämlich einmal begriffen hast, was los ist, kannst Du nicht mehr zurück. Du bist nicht mehr der unschuldige Fleischesser, der keine Ahnung hat, woher sein Schnitzel auf dem Teller kommt. Du kannst das Buch nicht einfach durchlesen, beiseite legen und weitermachen wie bisher. Das neue  Wissen ist unbequem, vor allem, weil es nicht wirklich neu ist, sondern weil wir es eigentlich schon immer geahnt haben. Und nun?

Vegan klingt eigentlich ganz lecker, wenn man den komischen Käse-Ersatz nicht essen muss. Frutarier scheint zumindest im Sommer ein interessanter Weg zur Bikini-Figur zu sein. Ich glaube, ich gehe morgen einkaufen. Mal sehen, was Wochenmarkt und Bio-Laden zu bieten haben. Ich kann mir nicht vorstellen, von nun an gar kein Fleisch mehr zu essen. Auch Joghurt und Eier liebe ich sehr. Aber ein bisschen konsequent gibt es nicht, das ist das Dilemma. 
Einen Tipp für die Autorin habe ich auch noch: Statt in Bäckereien nach veganem Brot zu fragen und ob die Backbleche nicht doch mit Butter gefettet wurden - einfach selbst Brot backen. Das ist total einfach und man weiß, was drin ist. 

Fazit: 5***** und Lese-Empfehlung. Zu Risiken und Nebenwirkungen wird sich Dein Gewissen schon melden ...

Das Buch ist im Verlag Galiani Berlin erschienen. Das Hardcover mit Schutzumschlag hat 336 Seiten und kostet 19,99 Euro. Taschenbuch und E-Book sind jeweils für 9,99 Euro erhältlich. Eine Hörbuchausgabe gibt es für 12,95 Euro.