In diesem Blog geht es ausschließlich um Literatur oder, einfacher gesagt, um Bücher. Ihr findet hier Buchempfehlungen, meine Rezensionen zu Büchern und e-Books, die ich gelesen habe, und Hinweise auf Downloads von e-Books. Da ein Blog durch Kommentare am Leben gehalten wird, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr diese Funktion fleißig nutzt.

Donnerstag, 13. November 2014

"Gesucht: Traummann mit Ente" von Alice Golding

Alice Golding ist das Pseudonym von Ivonne Keller, unter dem sie "intelligentes ChickLit" schreibt. Ich durfte Ivonne im letzten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse kennenlernen. Sie ist nicht nur eine super sympathische hübsche Frau, sondern auch eine sehr gute Schriftstellerin. Ihr Buch "Hirngespenster" habe ich Euch bereits 2013 empfohlen. Inzwischen ist es auch als Taschenbuch erhältlich, z.B. bei amazon oder in der Galerie Kaufhof. Doch nun weg von den Hirngespenstern und hin zum Traummann mit Ente.

Das Cover finde ich wunderschön!!!

Valerie kommt eines Tages auf die Idee, einen Roman zu schreiben. Über ihre naive Herangehensweise ans Bücherschreiben habe ich mich köstlich amüsiert. Ein bisschen fand ich mich selbst in dieser Valerie wieder, denn ähnlich blauäugig fing ich auch mit dem Schreiben an. Nur habe ich nicht gleich dem Mann, in dem ich mich verguckt hatte, großspurig erzählt, ich sei Schriftstellerin und hätte schon diverse Werke unter Pseudonym veröffentlicht. Diese "klitzekleine" Lüge von Valerie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und bringt sie immer wieder in komische Situationen, zumindest aus Sicht des Lesers. Manchmal habe ich wirklich schallend gelacht. Für Valerie reiht sich eher eine Katastrophe an die nächste, dabei möchte sie doch nur ihrem Traummann näher kommen, den sie nicht nur wegen seiner Ente so liebenswert findet. 

Alice Golding beschreibt ihre Figuren mit einem humorvollen Blick aufs Wesentliche. Dass diese dabei gern Klischees bedienen, ist liebenswert genretypisch und sorgt für zusätzliche Heiterkeit. Die Nachbarin mit Wurzeln und Akzent vom Balkan, die KEINE Psychiaterin ist. Die Öko-Schreibgruppe, die sich im Schneckentempo der Fertigstellung ihrer ersten Werke nähert. Valeries nervende, dauernörgelnde Mutter oder die strahlend schöne, blutjunge Kim, die scheinbar jeden Mann haben kann. Schön, dass fast alle Klischees (bis auf das der Schreibgruppe, wenn ich mich richtig erinnere) im Laufe der Story aufgebrochen werden. Es gibt eben doch noch andere Seiten, bei fast jeder Figur.

Gefreut hat mich, dass die angehende Schriftstellerin Valerie dann doch keinen "Platzhalter-Roman" auf die Leserschaft losließ. DAS hätte ich ihr nämlich nicht verziehen. So aber freue ich mich SEHR auf die fürs nächste Jahr angekündigte Fortsetzung und sage DANKE, liebe Alice ;-) für ein beschwingtes Lesewochenende.

Das E-Book erhaltet Ihr für 2,99 €, das Taschenbuch für 9,90 € bei amazon --> "Gesucht: Traummann mit Ente" von Alice Golding 

Und hier kommt noch ein besonderes "Leckerli":
Unter allen, die hier im Blog unter diesem Beitrag kommentieren, verlose ich eine wunderschöne Postkarte vom Traummann mit Ente mit persönlichen Grüßen von mir. Na, wem darf ich schreiben? 

Montag, 3. November 2014

Exploration Capri Teil 3 "Zerstörung" von Christian Klemkow

Teil 3 der SciFi-Saga "Exploration Capri" beginnt genau da, wo uns der zweite Teil mit einem Cliffhanger zurückgelassen hatte. Exploration Capri, Teil 2 "Verschollen" Die Situation scheint hoffnungslos. Die Erde, die anderen Planeten, ja selbst die Sonne - alle sind schwer beschädigt. Die Erde ist von einem Eispanzer überzogen, der sogar die Ozeane gefrieren ließ. Die hart erkämpfte Rückkehr nach Hause hat sich überlebende Teil der Explorer-Crew anders vorgestellt. 

Mir gefällt, wie der Autor es schafft, seine Helden immer wieder in scheinbar ausweglose Situationen zu bringen und dann doch ein Fünkchen Hoffnung aufblitzen zu lassen. Christian Klemkow erschafft eine komplett neue Welt, lüftet Geheimnisse, die tief im Inneren der Erde oder des Mondes verborgen sein könnten und erzählt mit logischer Konsequenz, wie es (rückblickend aus der fernen Zukunft) zu der Katastrophe im Sonnensystem kam, der scheinbar alles Leben zum Opfer fiel. Die einzelnen Mitglieder der Crew ergeben zusammen ein buntes Spektrum menschlicher Verhaltensweisen und bleiben dabei im Großen und Ganzen ihren Rollen, die sie bereits in Teil 1 und 2 innehatten, treu. Es gibt keine Superhelden und keine Superschurken, sondern nur Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen. Die Einen wachsen sie über sich hinaus, andere müssen sich geschlagen geben. Der alles vergessen machende Kryoschlaf scheint selbst aus Sicht des Lesers eine verlockende Alternative zur grausamen Realität darzustellen. Doch wie die wahren Helden der Geschichte wollte ich beim Lesen die Hoffnung nicht aufgeben, glaubte an die Möglichkeit der Rettung, so unwahrscheinlich sie auch schien. Die Handlung nahm mich so gefangen, dass auch ich auf meinen Schlaf (nicht Kryoschlaf ;-) ) verzichtete, um zu erfahren, wie es weitergeht. Viele Szenen sind auch hier wieder filmreif beschrieben und man kann nicht anders, als atemlos mitzufiebern.


Wie Teil 3 ausgeht, werde ich natürlich nicht verraten. Nur so viel: Ich freue mich wahnsinnig auf Teil 4! Und auf die Veröffentlichung des Printbuchs von "Exploration Capri", damit die SciFi-Reihe im Regal vollständig wird: Asimov und Snegow, dazwischen Klemkow ... ;-)

Teil 1 gibt es momantan zum Sonderpreis von 0,99 € als E-Book - zum risikolosen Reinlesen ;-)
Teil 2 kostet regulär 3,99 €
Teil 3 ist ebenfalls für 3,99 € erhältlich. --> Exploration Capri, Teil 3 "Zerstörung"




Dienstag, 30. September 2014

Bernhard Hoëcker "Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers"

Das Buch trägt den Untertitel "Mit Gëocaching zurück zur Natur". Wäre es nicht von einem Comedian geschrieben worden, könnte man einen mit erhobenem Zeigefinger daherkommenden Ratgeber vermuten. Tatsächlich ist es ein sehr witziges Buch, in dem der Autor von seinen ersten Erfahrungen als Geocacher erzählt - auf typische Comedy-Art eben. Anfängerfehler, die mir genauso passiert sind und über die ich mich wahnsinnig geärgert habe, entlockten mir hier ein Schmunzeln. Ich merkte, ich bin nicht die Einzige, die wie Pik7 durch den Wald getapst ist und den Cache vor lauter Bäumen nicht gesehen hat. Oder wichtiges Equipment im Auto liegen ließ, den Stift im Wald verlor usw. Oder die anderen auf die Nerven geht, weil Muggel nur begrenztes Verständnis dafür haben, dass erwachsene Menschen in vermoderten Baumstümpfen, unter Steinen oder in Felsspalten nach Tupperdosen suchen. 

Ich empfehle das Buch allen, die selbst Geocacher sind - zum Nicken und sagen "hihi, so ging es mir auch". Wer selbst Muggel ist, aber aktive Geocacher kennt und sich von deren Eigenheiten genervt fühlt, sollte das Buch lieber nicht lesen, denn er könnte plötzlich Verständnis aufbringen und - ACHTUNG - von diesem Virus angesteckt werden und demnächst selbst mit einem GPS-Gerät durch die Welt laufen. ;-) 


Ich gebe zu, ich mag die Sprache des Autors. Schachtelsätze, an denen andere Rezensenten sich gestört haben, entlocken mir ein Lächeln, weil ich dann immer das verschmitzte Gesicht des Comedians vor mir sehe. 

Einziges Manko des Buches ist die fehlende Angabe der Codes bei den beschriebenen Caches und ein übersichtliches Verzeichnis. Man bekommt beim Lesen schon Lust, einige davon selbst aufzusuchen ... Allerdings verstehe ich, dass die Caches lieber geheim gehalten werden, wenn man auf der Geocaching-Website zum Beispiel bei "Schlumpfenland" so etwas lesen muss:

"Liebe Leser des Buchs "Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers",
an dieser Stelle befand sich einst der Cache "Schlumpfenland" genau so, wie er in Bernhards Buch abgedruckt ist. Knapp über ein Jahr lang war er zu finden. Gelegt wurde er, wie ihr wisst, extra für das Buch. Leider begannen nach Veröffentlichung desselben die Probleme. Der Cache wurde immer wieder Opfer sinnloser Zerstörungswut. Die Wartung des Caches ähnelte bald einer Sisyphosarbeit. Kaum hatte man etwas repariert, da wurde es auch schon wieder zerdeppert. Also im Grunde ein sinnloses Unterfangen. Bernhard hat verständlicherweise nicht die Zeit sich um den Cache zu kümmern, weshalb ich das übernommen habe (wie im Buch beschrieben) ..."

Das Buch gibt es als Taschenbuch und als E-Book jeweils für 9,99 €. Logisch, dass ich mir das Taschenbuch geholt habe, oder? ;-)

--> Bernhard Hoëcker "Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers"

Fazit: 5*****

"Hexendreimaldrei" von Claudia Toman

Olivia begegnet auf der Hochzeit des Mannes, den sie eigentlich heiraten wollte, aber nicht bekommen hat, einem "Feerich" und darf einen Wunsch äußern. Prompt platzt die Hochzeit, denn der Prinz ist plötzlich ein kleiner grüner Frosch ... 

Claudia Tomans Märchen vom Froschkönig, frei interpretiert und in die heutige Zeit verlegt, sprüht vor witzigen Ideen. Der Shakespeare-Pakt zum Beispiel täte mir auch gut. ;-) 



Auf zwei zeitlichen Ebenen erfahren wir abwechselnd, was Olivia in der Gegenwart unternimmt, um ihren unbedacht geäußerten Wunsch wieder rückgängig zu machen und wie sie in der Vergangenheit ihren Prinzen kennengelernt hat. Absicht oder Zufall - ich sah bei der Beschreibung des Prinzen immer Philipp B. vor mir, besonders in der Schafwollweste ;-) Olivias Kampf um die Rückverwandlung ihres Prinzen und wie sie sich dabei mit der europäischen Hexen-Vereinigung anlegt, ist der abenteuerliche Teil der Geschichte. Die Rückblenden auf die Begegnungen mit dem "Prinzen" sind eher etwas fürs Herz. Beides gefiel mir. Schön gelöst auch die Übergänge von Kapitel zu Kapitel. Der erste Satz des neuen Kapitels scheint an den letzten des vorangegangenen anzuschließen, obwohl es eine andere zeitlich Ebene ist. 

Ich mag Claudias Art zu erzählen. Sie ist so bunt, mit einer poetischen, magischen Sicht auf die kleinen Dinge. Fast könnte man glauben, alles hätte sich wirklich so zugetragen - so logisch sind die Ereignisse erzählt, in denen auch die Brüder Grimm, die "echte Froschkönigsprinzessin", Goethes Faust und Shakespeare eine Rolle spielen.

Fazit:  5***** :-)

"Hexendreimaldrei" ist der erste Teil einer Trilogie. Teil 2 "Jagdzeit" und Teil 3 "Goldprinz" stehen nun auch auf meiner Wunschliste! 

Die Bücher sind jeweils als e-Book für 4,99 € und als Taschenbuch für 7,99 bis 9,99 € erhältlich, z.B. hier:
--> Claudia Toman Hexendreimaldrei, Jagdzeit und Goldprinz

Dienstag, 2. September 2014

"Königstöchter" von Carla Berling

Nachdem mir "Sonntags Tod" bereits sehr gut gefallen hatte, MUSSTE ich den zweiten Ira-Wittekind-Krimi unbedingt lesen. Es ging gleich heftig los - so einen Tod wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Liebe Carla Berling, wie kommt man auf eine solche Idee? Manchmal ist automatisches Kopfkino etwas, das ich lieber abschalten würde. Die Handlung entwickelt sich krimitypisch. Erste Verdächtigungen fallen, noch jemand stirbt. Und mittendrin Ira Wittekind, die eigentlich für ihre Zeitung nur die Geschichte hinter den Schlagzeilen sucht. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin selbst jahrelang für Zeitungen recherchiert und berichtet hat. Ira Wittekind wirkt einerseits routiniert, kennt sich aus. Anderseits fällt es ihr schwer, sich von den grausamen Ereignissen zu distanzieren, denen sie nach und nach auf die Spur kommt. Das macht die Protagonistin so sympathisch. Ich selbst habe mich eins ums andere Mal geschüttelt. Wie abartig und krank können Menschen doch sein! Gut, dass die Autorin uns Details erspart. Es ist auch so schlimm genug.

Gefallen hat mir, dass alte Bekannte aus dem ersten Teil wieder in Erscheinung traten. Andy, die beiden alten Tanten und die Königspudeldame. Iras Mutter bleibt eine Karikatur, würde meiner Meinung nach besser in "Jesses Maria" passen. Ich finde sie ein wenig überzeichnet, zu negativ. Aber solche Menschen soll es ja geben. Die Polizei agiert diesmal für meine Begriffe ein wenig zu unauffällig im Hintergrund. Wenigstens eine kleine "klischeehafte" Reiberei zwischen Presse und Kripo hätte ich mir gewünscht.

Aber all das ist "Jammern auf hohem Niveau". Der Krimi ist gut durchkonstruiert, es wird Spannung aufgebaut und gehalten. Bis zum Schluss tappte ich im Dunkeln, wer die Morde begangen haben könnte. Die Lösung ist für mich nur teilweise logisch, weil meiner Meinung nach die Mittel, also die Morde und das damit einhergehende Leid für die Hinterbliebenen in keinem Verhältnis zu einer rein theoretischen Gefahr stehen. (Ich hoffe, ich habe das jetzt spoilerfrei verschlüsselt formuliert) 

Was mich gefühlsmäßig wirklich stört, ist der Widerspruch zwischen realer Welt (Bad Oeynhausen) und fiktiver Handlung, die dieser realen Welt angedichtet wird. Auch wenn im Vorwort des Buches betont wird, dass die Handlung, das Palais im Park und selbst Hof Eskendor frei erfunden sind, bleibt für mich ein schaler Nachgeschmack zurück. Dass die Innenstadt damals evakuiert und zum Sperrgebiet erklärt wurde, ist Wirklichkeit. Der Gedanke drängt sich auf: "Wer weiß, ob da nicht wirklich auch, in einer Villa ... " und damit auch ein leiser Verdacht gegen damals angesehene Bürger. 

Ich vergebe 4 von 5 Sternen und bedanke mich für das wochenendliche Lesevergnügen. Meine Kritik ist sicher auch der eigenen Lernbereitschaft geschuldet. Früher habe ich unkritischer gelesen, heute stoße ich mich wahrscheinlich an Details, die sonst kaum jemand als störend empfindet. Auf jeden Fall freue mich auf weitere Ira-Wittekind-Krimis.

Update Juli 2018 - "Königstöchter" von Carl Berling hat inzwischen einen neuen Verlag (HEYNE) gefunden und damit auch ein neues Cover bekommen. "Königstöchter" gibt es als E-Book für 9,99 €. Das Taschenbuch kostet ebenfalls 9,99 €. Beide Ausgaben gibt es hier:
--> "Königstöchter" von Carla Berling




Dienstag, 19. August 2014

"Bösartiges Frühstück" Anthologie aus dem Amrun-Verlag

Von wegen: "Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!" Manchmal sollte man lieber darauf verzichten, denn die Folgen könnten tödlich sein, wie die Kurzgeschichten dieser Anthologie eindrucksvoll beweisen. Besonders Eheleute scheinen Gefahr zu laufen, den kulinarischen Start in den Tag nicht zu überleben. Aber es gibt, zum Glück, auch noch andere Horror-Szenarien in dieser Sammlung, was das Lesen äußerst abwechslungsreich gestaltet. Bisher war Nussnougatcreme für mich ein absolut leckerer, aber ansonsten völlig harmloser Brotaufstrich. Wenn man mal von der Gefahr der allmählichen Hüftverbreiterung absieht. Aber das diese süße braune Creme von einem "bösen Geist" besessen sein könnte, wird mir beim nächsten Einkauf zu denken geben. Warum meine Kinder nicht gern ihr Frühstücksbrot selbst geschmiert haben, weiß ich nun auch. OMG ... Besonders gut gefallen hat mir die Story "Die wichtigste Mahlzeit des Tages", eine düstere Dystopie, die eine ganz andere Atmosphäre erschafft als die typische Morgens-am-Küchentisch-Szenerie. Von Jo Jansen ist auch eine Geschichte dabei, die einige von Euch vielleicht schon aus "Nach(t)Klang" kennen: "Ruhestand". 


Alles in allem eine interessante Sammlung verschiedenster Geschichten, die eins gemeinsam haben: das "ungesunde" Frühstück für mindestens eine der beteiligten Personen. Zu Müsli, Nussnougatcreme, Kaffee und Omas Konfitüre stelle ich noch ein Tütchen Kommata auf den Tisch ;-) Das ist aber auch schon der einzige Stolperstein in dieser kleinen, feinen Auswahl. Ich empfehle, die Geschichten wohldosiert einzunehmen, am besten eine täglich, vor dem Frühstück. Und ein kleiner Tipp: Seid nett zu Eurem Ehepartner. Besonders, wenn er oder sie auch dieses Buch in den Händen hatte. 

Das E-Book kostet 3,99 € und ist u.a. hier erhältlich:
--> "Bösartiges Frühstück" Anthologie

Das Taschenbuch zum Preis von 11,90 € soll Anfang September verfügbar sein. Bei Fragen oder dem Wunsch nach einem signierten Exemplar genügt eine Nachricht an mich. :-) 

Die Anthologie wurde herausgegeben von Jürgen Eglseer und enthält Geschichten von:
Arthur Gordon Wolf, Anja Slauf, Bernhard Giersche, Britta Ahrens, Carmen Weinand, Denise Mildes, Jo Jansen, Kathrin Böttcher, Lisanne Surborg, Manuela Obermeier, Marc Andre Pahl, Marc Hartkamp, Moe Teratos, Fred Ink, Demetria Cornfield, Regina Schleheck, Rico Gehrke, Sarah Seyed Abbasi, Norman Slight, Sönke Hansen, Piper Marou, Stefanie Lahme, Thomas Williams, Tim Svart und Torsten Exter.

Mittwoch, 13. August 2014

"Das Mädchen, das Geschichten fängt" von Victoria Schwab

Klappentext, Cover und Titel versprechen eine poetische Geschichte. Ebenso der Text, mit dem der Heyne Verlag das Buch auf Facebook bewirbt und mich zum Kauf animierte. Der amerikanische Originaltitel "The Archived" kommt der Wahrheit näher. Nicht Geschichten müssen von Mackenzie, genannt Mac, eingefangen werden. Sondern Abbilder verstorbener Menschen, die archiviert, d.h. in den ewigen Schlaf geschickt wurden und nun in der riesigen Bibliothek aufbewahrt werden. Sie sind weder Mensch noch Geschichte, sondern irgendetwas dazwischen. Zumindest tragen sie die Erinnerungen des Menschen, der sie einst waren, in sich. Doch sie fliegen nicht auf leichten Flügeln davon, wie man beim Anblick des Covers meinen könnte. Sondern sie werden getrieben von Angst und Verzweiflung, die ganz schnell in Wut umschlägt, wenn sie "entgleiten". 



Sehr gut gefallen hat mir die anschauliche Beschreibung der Schauplätze. Das altehrwürdige Coronado, das mit vielen Details noch an seine Glanzzeiten als Hotel erinnert. Die düsteren Narrows und das geheimnisvolle Archiv. Dass offen mit dem Thema Tod umgegangen, Trauer zugelassen wird, ist ein weiterer positiver Aspekt. Das Archiv scheint ein Ort zu sein, der Hoffnung birgt, da die Toten ja nicht wirklich fort sind, nur archiviert ... 

Die Grund-Idee des Buches mit Archiv, Wächtern, Chroniken und Narrows, den Schlüsseln, die verborgene Türen öffnen ist - ja wie nun? - irgendwie süß. Die Hauptfiguren sind Teenager und genau diese scheinen mir die Zielgruppe dieses Buches zu sein. Denn es geht auch um Erwachsenwerden, Vertrauen, Verantwortung, Fehler, vorsichtige Küsse und einfach nur "M." sein. All das wird aus der Sicht einer 16-jährigen Schülerin erzählt, die ihre Sommerferien auf ungewöhnliche Art verbringt, indem sie entflohene Chroniken fängt und zurückbringt. Dabei ist immer noch der Schmerz um Ben, Macs kleinen Bruder, der durch einen tragischen Autounfall starb. Dieser Schmerz mach Mac angreifbar, doch das bemerkt sie erst, als es beinahe zu spät ist. 

Der Schluss des Buches hat mich überhaupt nicht überzeugt. Zu unlogisch, irgendwie aufgesetzt. Alles in allem ein nettes Fantasy-buch für (weibliche) Teenager. Mehr nicht. 

Ich vergebe 3*** von 5 möglichen Sternen.

Das Taschenbuch kostet 13,99 € und ist in jeder Buchhandlung Eures Vertrauens erhältlich. Das E-Book kostet stolze 10,99 €, weshalb ich mich für das Taschenbuch entschieden habe.