In diesem Blog geht es ausschließlich um Literatur oder, einfacher gesagt, um Bücher. Ihr findet hier Buchempfehlungen, meine Rezensionen zu Büchern und e-Books, die ich gelesen habe, und Hinweise auf Downloads von e-Books. Da ein Blog durch Kommentare am Leben gehalten wird, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr diese Funktion fleißig nutzt.

Mittwoch, 7. August 2013

"Esthers Garten" von Tanja Wekwerth


Das Buch hat mich schon vom Cover her sehr beeindruckt und zum Lesen eingeladen. SO stelle ich mir den Sommer vor - in diesem bequemen Sessel lässt es sich bestimmt herrlich lesen.
Elisabeth, eine Dauerstudentin, lebt in Berlin und ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie trifft den Rentner Otto, dessen Schwester sie dafür bezahlt, sich um Otto zu kümmern - Essen kochen, spazieren gehen, Gesellschaft leisten. Kein Problem, denk Elisabeth und nimmt den Job an, denn Otto wohnt über ihr im gleichen Haus.

Aus dieser Konstellation entwickelt sich eine spannende Geschichte, die auf zwei zeitlichen Ebenen spielt. Zum Einen ist da Ottos Vergangenheit als junger Gärtner bei der "gnädigen Frau Esther" mit dem wunderschönen Garten. Er schwärmt noch heute von dieser wunderbaren Frau, sie war die heimliche große Liebe seines Lebens. Zum Anderen blüht Elisabeth, die behauptet, Blumen zu hassen, immer mehr auf. Sie legt sogar einen Dachgarten an, ihren geheimen Rückzugsort, wo sie Ottos Lebensgeschichte und damit auch die Geschichte von Esthers Garten aufschreibt.


Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Geschichte in zwei Richtungen. In dem Maße, wie Esthers Garten und das Leben ihrer Familie in der Vergangenheit bedroht werden, wächst in der Gegenwart Elisabeths Lebensmut. Köstlich die Tanzszene mit Otto im Pyjama!
 Als Leser weiß ich, dass Esthers Geschichte kein wirkliches Happy End haben kann, denn Esther ist Jüdin und ihr Garten gedeiht Anfang der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Trotzdem ist es eine positive Geschichte, denn Esther und ihre Familie kann sich retten - nur der Garten hat es nicht geschafft, bis in die Gegenwart zu überleben. Auch Elisabeths kleiner Dachgarten darf nicht dauerhaft über den Dächern Berlins blühen. Aber Elisabeth hat zum Schluss der Geschichte soviel Lebensmut, dass ich sicher bin, sie wird bald einen neuen, noch schöneren Garten haben.

 
Ein großes Lob für die sanfte Schilderung des Grauens, dem die Juden sich damals ausgeliefert sahen. Es kam schleichend, darum wollten die meisten es nicht wahrhaben. Ohne dass vordergründige Klischees bedient werden, erzeugt die Autorin Gänsehaut beim Leser. Und wenn es nur der Tee ist, der plötzlich in einem anderen Laden gekauft werden soll ... 


Kleine Kritik - mit den Zeiten hatte ich mein Problem. Klar und historisch eindeutig ist die Zeit, in der Otto Gärtner bei Esther war. Aber wie alt ist Elisabeth? Ich glaube, sie ist viele Jahre älter als Esther damals und müsste damit gefühlt Mitte Dreißig sein? Und immer noch Studentin? Wenn Otto damals als junger Gärtnerbursche anfing und mehrere Jahre in Esthers Haus blieb, müsste er in der Gegenwart über Neunzig sein? Und - die beiden sind nie spazieren gegangen (nur einmal zum Essen), obwohl Elisabeth doch auch genau dafür engagiert wurde. 


Trotzdem ein wunderschönes Buch, das ich gerade einem Berliner Gartenbaustudenten weiterempfohlen habe. ;-)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :01.08.2006
  • Aktuelle Ausgabe : 01.08.2006
  • Verlag : Droemer/Knaur
  • ISBN: 9783426633427
  • Flexibler Einband: 302 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Freitag, 12. Juli 2013

GRATIS "Strandglut" von Nika Lubitsch

Ab heute 5 Tage lang GRATIS gibt es die Weltreise für die Badetasche - eine Kurzgeschichtensammlung von Nika Lubitsch. Anlass ist der "Geburtstag" Nikas als Schriftstellerin. Wie es dazu kam, könnt Ihr in ihrem Blog nachlesen. Ein sehr interessanter Beitrag zum Thema Träume, die man ein Leben lang kaum wagt, zu träumen, und die dann doch wahr werden können ...

--> Ich hatte einen Traum - Blog von Nika Lubitsch

--> "Strandglut" von Nika Lubitsch 5 Tage GRATIS bei amazon 


Donnerstag, 11. Juli 2013

"AdventureLand" von Steve Harris


Freitag, 28. Juni 2013

"Inferno" von Dan Brown

Viel ist schon geschrieben worden über dieses Buch. Bevor es erschien und zu tausenden verkauft wurde, und hinterher noch mehr. Rezensionen von "Grottenschlecht!" bis "Genial!" geistern durch die unendlichen Weiten des Internets.

Lesen oder Nicht Lesen - das ist also hier die Frage.
Ich las zuerst diese Rezension:

Father Dan Brown predigt Eugenik

Oh, das klingt böse und nach Father-Brown-Lästerung. Erschien aber auf culturmag.de und las sich für mich sehr schlüssig. Tja, dachte ich, da hat der gute Dan Brown wohl mal ein bisschen daneben gegriffen, mehr als genug, immer genau passende Zufälle ins Spiel gebracht und dann auch noch die böse Eugenik vertreten. Nein, so ein Buch werde ich nicht lesen, reine Zeitverschwendung.

Dachte ich.

Bis ich über folgende Rezension stolperte:

Zuviel des Guten, Mr. Brown

Immerhin von Literatwo, deren Beiträge ich schon öfter gern gelesen und mit stummem Nicken bestätigt hatte. Ha! Mr. Rail bestätigte Zeile für Zeile, was ich zuvor bei culturmag gelesen hatte. Zu viele Zufälle, unlogisch, konstruiert ... Doch ganz zum Schluss seines Artikels stellte der Rezensent das "Inferno" vom Kopf auf die Füße. Dan Brown habe es absichtlich so verwirrend und abstrus angelegt, um seinen treuen Lesern, die nicht vorher die Flinte ins Korn bzw. das Buch in die Altpapiertonne werfen, einen ebenso genialen wie ALLE Ungereimtheiten aufklärenden Ausgang der Geschichte zu präsentieren. Wow! Wenn das stimmt, wäre das ganz großes Kino, und ich würde, kaum auf der letzen Seite angelangt, aufstehen und applaudieren.

Ob es hier im Hause standing ovations gegeben haben wird, werde ich Euch bei Gelegenheit mitteilen. Immerhin ist in vier Wochen mein Geburtstag, und ich weiß schon, welches Buch ich mir wünschen werde, falls mich jemand fragen sollte. 
Aber bitte nicht ungefragt schenken, sonst habe ich hier unter Umständen ein dreifaches Inferno. Das wäre dann wirklich zuviel des Guten ;-) 

Donnerstag, 27. Juni 2013

"Sonne, Mond und Märchen"

Und noch ein Kinderbuch, wenn wir gerade dabei sind. Ich hab's bereits gelesen und finde es wirklich süß! Mona Frick erzählt aus einer ganz anderen, fantastischen Sicht, was da oben bei Sonne, Mond und Sternen so los ist. ;-)

Für Kinder ab 6 Jahren werden augenzwinkernd märchenhafte Erklärungen für "himmlische Ereignisse" gegeben.


Die Sonne verschläft, der Mond streikt, Der Mann-im-Mond besucht das Fräulein-in-der-Sonne... Märchenhafte Erklärungen für die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit, die Mondlandung der Amerikaner oder Mond- und Sonnenfinsternis. Witzig geschrieben, für Kinder und Kind gebliebene Erwachsene.

Die Sprache ist märchenhaft, ich fühlte mich zurückversetzt in die Kindheit. Sehr schöne Wortwahl, z.B. hat der kleine Stern "... Respekt vor der alles in den Schatten stellenden Sonne". Die Autorin hat sich wirklich Gedanken gemacht und wundervolle Formulierungen gefunden.

Es sind sieben kurze, in sich abgeschlossene Geschichten, wobei die "Figuren" in allen Geschichten ihre Haupteigenschaften behalten (z.B. die überhebliche Sonne)


Am Ende des Buches folgen die wissenschaftlichen Fakten, ebenfalls kindgerecht formuliert. 

Wunderschöne Illustrationen von Ly Fabian machen das Buch zu einem Anschau - und Vorleseerlebnis.

Das E-Book gibt es bei Amazon für 1,99 €

--> "Sonne, Mond und Märchen" von Mona Frick und Ly Fabian


Und wenn Ihr schnell seid, erwischt ihr vielleicht die beiden - also "Das Bärenkind und das Glühwürmchen", noch GRATIS ;-)


Für Kinder ab 3 Jahren. Auch mit Text von Mona und Illustrationen von Ly. 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen ...

... damit ist, zumindest in den Erinnerungen meiner Kindheit, ein sehr abgelegener Ort gemeint. Fernab des menschlichen Trubels leben Fuchs und Hase so friedlich miteinander, dass sie sich sogar gegenseitig eine Gute Nacht wünschen.

Genau um diese Gute-Nacht-Gefühl geht es in dem Buch, das - zugegeben - für Kinder ab einem Alter von 2 Jahren geschrieben wurde. Warum ich es Euch trotzdem vorstelle, ist ganz einfach: Weil es mir so hervorragend gefällt, dass ich es mir selbst gekauft habe! Es hat nicht nur wunderschöne Zeichnungen von der lieben Outi Kaden, sondern die Geschichte ist einfach süß und fröhlich. Die Tiere feiern noch ein bisschen, bevor sie schlafen gehen. Dabei gibt es für die kleinen "Leser" immer wieder Neues zu entdecken, teilweise hinter stabilen Klappen verborgen, die erst geöffnet werden müssen. Also - macht Jemandem ein Geschenk mit diesem zauberhaften Buch!

Es ist zur Zeit bei amazon reduziert, kostet statt 6,95 nur 3,99 Euro!!! Und es ist größer, als ich angenommen hatte - ca. 20 mal 20 Zentimeter!

--> "Fuchs und Hase sagen Gute Nacht"

P.S. Der kuschelige Fuchs ist übrigens auch meiner. Darin verbirgt sich eine Spieluhr, die eine Gute-Nacht-Melodie spielt, wenn man dem Fuchs am Schwanz zieht ;-) IKEA hat Sinn für Humor!

Freitag, 31. Mai 2013

"Das Herzenhören" von Jan-Philipp Sender

Julias Vater verschwand kurz nach nach ihrem Abschlussexamen. Vier Jahre später macht sie sich auf die Suche, nach ihm, nach seiner Vergangenheit. Sie reist nach Burma, in die Berge, wo in dem kleinen Dorf Kalaw die Wahrheit auf sie wartet. Aus Schmerz und Enttäuschung wächst ganz langsam Verständnis und Verzeihung, je länger Julia der unglaublichen Geschichte lauscht, die der alte U Ba ihr erzählt. Am Ende ist nichts mehr, wie es war.

Was mich an dieser Geschichte am meisten beeindruckt hat, ist das große Einfühlungsvermögen, mit dem die Figuren gezeichnet sind. Obwohl mir z.B. die Schicksalsgläubigkeit der Menschen in Burma fremd ist, verstehe ich, dass sie aus ihrer Erfahrung heraus nur so und nicht anders handeln konnten. Wirklich unsympathisch ist eigentlich keine Figur. Selbst die Mutter oder  der Onkel erwecken eher Mitleid, weil sie nicht genug Vertrauen in das Leben und die Liebe haben und sich für den falschen Weg entscheiden. Die Liebe von Tin Win und Mi Mi ist so unerschütterlich, wie wir alle glauben, dass wahre Liebe sein sollte. Ich hatte stellenweise Tränen in den Augen und trotzdem nie das Gefühl, eine Schnulze zu lesen. Sondern eine zauberhaft erzählte Geschichte.

Eine Geschichte voller Liebe, von der leise und unaufdringlich erzählt wird. Das Herz des Lesers wird berührt, weil er spürt, dass hier etwas ganz Wunderbares geschieht. Vielleicht sollten wir alle viel öfter auf die Herzen hören. Wenn schon nicht auf die der Anderen - diese Gabe haben nur wenige - so doch auf unsere eigenen.

ISBN: 978-3-453-41001-5 Taschenbuch 8,99 €